Virtual Exchange - Internationale virtuelle Lehrkooperationen

Internationale Lehrkooperationen

Internationale virtuelle Lehrkooperationen - Digitalisierung im Dienst der Internationalisierung

 

Internationalisierung und Digitalisierung sind Prozesse, die das Lehren und Lernen im 21. Jahrhundert prägen. In der Vergangenheit wurde Digitalisierung an den meisten Hochschulen nur punktuell für Internationalisierungsprozesse nutzbar gemacht. Zunehmend wächst aber das Interesse an Angeboten, die internationale Mobilität und interkulturellen Austausch digital vermitteln. Internationale virtuelle Lehrkooperationen, im Folgenden auch als Virtual Exchange (VE) bezeichnet, verbinden die nachhaltige Wirkung interkultureller Zusammenarbeit mit der großen Reichweite digitaler Technologien und stellen damit eine gute Möglichkeit dar, die Potenziale der Digitalisierung für die Internationalisierung der Lehre fruchtbar zu machen.

Durch die Corona-Pandemie haben internationale virtuelle Lehrformate einen bis dahin ungekannten Boom erfahren. Viele sahen in ihnen vor allem eine schnelle Antwort auf die drängende Frage, wie Studierende trotz Reisebeschränkungen Auslandserfahrung sammeln konnten. Aber Virtual Exchange als reinen Ersatz für physische studienbezogene Auslandsmobilität zu begreifen, verkennt die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Vorteile, die es für die Internationalisierung von Hochschulen bietet.

Internationalisierung kann durch digitale Lehrkooperationen und Betreuungsangebote

  • inklusiver
  • niedrigschwelliger
  • krisenfester
  • nachhaltiger

gestaltet werden.

 

Studierende, die

  • berufstätig sind, Kinder oder andere Angehörige betreuen, chronisch krank oder eine Behinderung haben, können oftmals nicht an einer längeren physischen Auslandsmobilität teilnehmen. Ihnen ermöglichen internationale virtuelle Lehrveranstaltungen, trotzdem am interkulturellen Austausch teilzuhaben.
  • in Bezug auf eine Auslandsmobilität zögern oder Bedenken haben, können durch den Kontakt zu internationalen Studierenden zu einem Auslandsaufenthalt ermutigt werden. Außerdem können Sie in virtuellen Veranstaltungen vor, während und nach dem Austausch betreut werden.
  • bereits physisch mobil waren, können ihr Studium über die Teilnahme an VE Projekten nachhaltiger und breitgefächerter international ausrichten.

 

Für Hochschulen bietet Virtual Exchange die Möglichkeit,

  • ihre Kooperationsnetzwerke in Länder auszuweiten, die aufgrund ihrer politischen Instabilität nicht für einen physischen Austausch in Frage kommen.
  • bestehende Partnerschaften leichter zu pflegen und zu intensivieren.

Erfolgreiche internationale virtuelle Lehrkooperationen erfordern und fördern auch die Zusammenarbeit von Lehrenden, Lernenden, Spezialist*innen für Internationalisierung in der Verwaltung und Expert*innen für Didaktik und IT innerhalb der Hochschulen. 

Was ist Virtual Exchange?

Virtual Exchange ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Initiativen, Projekten und Aktivitäten: das seit Mitte der 1990er erprobte und nach wie vor populäre e-Tandem-Modell, das Fremdsprachenlerner*innen über E-Mails, Chats und Videokonferenzen miteinander vernetzt; die Zusammenarbeit internationaler Studierender an einer realen Challenge aus der Unternehmenswelt in Global Virtual Teams (GVTs); Globally Networked Learning, das besonders darauf abzielt, auf studien- und arbeitsbezogene Auslandsaufenthalte vorzubereiten und Ansätze wie Online Intercultural Exchange (OIE), Telecollaboration und Collaborative Online International Learning (COIL), bei denen der interkulturelle Austausch Studierender und Lehrender im Vordergrund steht. So unterschiedlich die Modelle und Formate sind, ist ihnen doch allen gemeinsam, dass geografisch voneinander getrennte Individuen und/oder Gruppen mit unterschiedlichem sprachlichen und kulturellen Hintergrund, unterstützt durch technologische Anwendungen und begleitet von Lehrenden oder Moderator*innen miteinander kommunizieren und interagieren.

Die Bandbreite internationaler virtueller Lehrkooperationen kann von (a)synchronen Gastvorträgen der Lehrpartner*innen mit angeschlossener Diskussion bis hin zu gemeinsamen Studiengängen reichen. Dazwischen situieren sich in Bezug auf Dauer, Komplexität und Intensität gemeinsam konzipierte und umgesetzte Kurse oder Kursabschnitte. Oft werden diese Formate durch Projektarbeit oder forschendes Lehren didaktisch strukturiert.

Für Studierende und Lehrende bieten internationale virtuelle Lehrkooperationen neben vielfältigen Entwicklungs- und Austauschmöglichkeiten auch die Chance, einen Paradigmenwechsel zu vollziehen, hin zu mehr Selbstorganisation im Studium, mehr geografischer, zeitlicher und curricularer Flexibilität und mehr Kompetenzorientierung.

Was ist Virtual Exchange? – Ein Video des EU-Projekts EVOLVE


Unser Angebot

Internationale Kontakte

Wir helfen Ihnen gerne bei der Suche nach Kooperationspartnern und beim Aufbau eines Netzwerks mit Gleichgesinnten.

Auf der Plattform UNICollaboration können Sie Angebote zu internationalen Lehrkooperationen finden und selbst ein Gesuch aufgeben. Zwei- bis dreimal im Jahr veranstaltet UNICollaboration auch eine Virtual Partnering Fair, bei dem interessierte Lehrkräfte sich direkt online kennenlernen und austauschen können.

Sichtbarmachung
Bereits bestehende Lehrkooperationen nehmen wir gerne als Best-Practice-Beispiele in unsere Datenbank auf. Um die Entwicklung einer Community of Practice zu unterstützen, freuen wir uns über Hinweise zu laufenden und geplanten Lehrkooperationen.

Formate und Planung
Wir beraten Sie bei der Entscheidung für ein passendes Format und zu Fragen der praktischen Umsetzung wie der Terminplanung, der Wahl technischer Hilfsmittel und der Prüfungsleitungen.

Umsetzung
Auch während der Durchführung Ihres Vorhabens stehen wir Ihnen zur Seite und unterstützen Sie bei aufkommenden Fragen und Herausforderungen.

Hier finden Sie auch noch einmal alle Angebote auf einen Blick:

Flyer Internationale virtuelle Lehrkooperationen

Flyer International Virtual Teaching Collaborations

 

Die Organisation UNICollaboration bietet regelmäßig kostenpflichtige Fortbildungen zu Virtual Exchange im Hochschulkontext an, die allen Interessierten offenstehen.

Aktuelle Termine finden Sie hier.

UNICollaboration bietet jeden Montag (ausgenommen während der italienischen Schulferien) von 15:30 bis 17:00 Uhr eine virtuelle Sprechstunde via Zoom zu allen Themen rund um Virtual Exchange an:  https://us02web.zoom.us/j/85318977391

Eine Vorabanmeldung per E-Mail an Sara Pittarello (sara(at)sarapittarello.com) und/oder Lorenza Bacina (facilitation(at)unicollaboration.org) wird empfohlen.


Fördermöglichkeiten

Wir unterstützen Sie bei der Suche nach und bei der Beantragung von Fördermitteln für internationale Lehrkooperationen. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl interner und externer Ausschreibungen.

 

Das Projekt „ProDiGI - Promoting Digital education through Global Interconnection“ (2021-2024), gefördert von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre, unterstützt den Ausbau digitalisierter und internationaler Studiengänge und Module an der TU Braunschweig. Ziel ist es, allen Studierenden internationale Erfahrungen unabhängig von physischer Mobilität zu ermöglichen. ProDiGI setzt dabei drei Schwerpunkte: 1) englischsprachige Lehrangebote, 2) internationale Kooperationen in der Lehre und 3) die Integration internationaler und interkultureller Perspektiven in die Lehrinhalte, bei denen sich die Lehrformate auf Ansätze der digitalen oder hybriden Lehre stützen. Im Rahmen des Projekts wird eine universitätsinterne Förderlinie etabliert, die konkrete digitale Projekte mit internationaler Ausrichtung von Fakultäten, Fächern und Lehrenden unterstützt. 

 

Die neue Erasmus+ Programmgeneration bietet mit Blended Intensive Programmes (BIP) eine Finanzierungsmöglichkeit für Virtuelle Lehrkooperation in Kombination mit einer physischen Mobilität von 5-30 Tagen. BIP müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Es müssen min. 3 Hochschulen aus 3 Programmländern beteiligt sein. Weitere Hochschulen oder Organisationen aus Programm- oder Partnerländern können optional an einem BIP teilnehmen.
  • An einem BIP müssen mindestens 15 Lernende (Studierende und/oder Hochschulmitarbeiter*innen) partizipieren.
  • Studierende müssen min. 3 ECTS erwerben können.

Nähere Informationen zu den Förderbedingungen und zur Antragsstellung gibt Francesco Ducatelli, Erasmus+ Hochschulkoordinator.

Weiterführende Informationen

 

Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert mit max. 50.000€ internationale digitale Lehrkooperationen im Rahmen des Programms International Virtual Academic Collaboration (IVAC).

Unterstützt werden die Integration digitaler Kollaborationsformate in Studienangebote im Rahmen internationaler Lehrkooperationen, der Aufbau von digitalen Kompetenzen Studierender und Lehrender; die hochschulübergreifende Digitalisierung von Prozessen im Bereich Studium, Lehre und Blended Mobility, der erweiterte Zugang zu internationalen Hochschulangeboten bestimmter Zielgruppen (z.B. nicht-mobiler Studierender) sowie die Bildung einer Community of Practice.

Weiterführende Informationen:

https://www2.daad.de/hochschulen/ausschreibungen/projekte/de/11342-foerderprogramme-finden/?s=1&projektid=57592750

https://www.daad.de/de/infos-services-fuer-hochschulen/weiterfuehrende-infos-zu-daad-foerderprogrammen/ivac/

Weitere Ausschreibungen des DAAD

Auch Stiftungen schreiben Förderungen im Bereich Internationales aus, die für die Finanzierung internationaler Lehrkooperationen relevant sein können. Das Deutsche Stiftungszentrum bietet eine Datenbank zu nationalen und regionalen Stiftungen, ihren thematischen Schwerpunkten und Förderarten.

  • Die VolkswagenStiftung finanziert z.B. Lehrvertretungen und Summer Schools zu bestimmten Themengebieten bzw. mit bestimmten Partner-Regionen.
  • Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziert Projekte, welche die nachhaltige Entwicklung fördern und in den Bereichen Umwelttechnik, Umweltforschung und Naturschutz sowie Umweltkommunikation und Kulturgüterschutz angesiedelt sind. Neben Projekten in Deutschland fördert die DBU in begrenztem Umfang internationale Vorhaben, bisher vorrangig in den Ländern Mittel- und (Süd-)Osteuropas (MOE). Eine Förderung internationaler Projekte jenseits von MOE ist in Einzelfällen möglich.
  • Die Robert Bosch-Stiftung fördert Projekte zu den Schwerpunkten Bildung, Gesundheit und Globale Fragen. Neben Anträgen für ausgeschriebene Programme ist die Stiftung auch offen für neue Projektideen.

Kontakt und Informationen







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Die von Ihnen angegebenen Daten werden mit dem Absenden dieses Formulars automatisch per E-Mail an das Projekthaus geschickt. Dort werden Ihre Daten zur Teilnehmer*innenverwaltung gespeichert. Sie sind nur für Mitarbeiter*innen des Projekthauses einsehbar und werden nicht an Dritte weitergegeben. Sollten Sie ein Löschen der Daten wünschen, teilen Sie uns dies bitte per E-Mail an lehre-gestalten@tu-braunschweig.de mit.


Haben Sie Fragen?

Für Ihre Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Teamfoto: Franziska Täger

Franziska Täger
Internationale Lehre: Internationale Lehrkooperationen

☎ + 49 531 391-14057
f.taeger(at)tu-braunschweig.de