TU BRAUNSCHWEIG

Reports KoMMa.G

Here you will find reports and photographs from past workshops or the summer school, written by the graduates.

       Workshop I - 15. Mai 2017

Der erste Workshop, der im Rahmen vom Graduiertenkolleg ‚Konfigurationen von Mensch, Maschine und Geschlecht. Interdisziplinäre Analysen zur Technikentwicklung‘ (KoMMa.G) vom Forschungsfeld 1 ‚Abstraktion und Modellierung‘ organisiert wurde, fand am 15.05.2017 an der Technischen Universität Braunschweig statt. Im Gegensatz zum folgenden zweiten Workshop, der den Fokus stärker auf ingenieurwissenschaftliche Perspektiven und Tätigkeiten im Labor legte, stand hier das Einarbeiten aller Teilnehmer*innen in geisteswissenschaftliche Konzepte auf dem Programm. Das Ziel war es dabei, sich dem Begriff Gender im Kontext der MINT-Fächer gemeinsam zu nähern.

Nach einer kurzen und auflockernden Begrüßungsrunde begann der vierstündige Workshop mit dem Anlegen persönlicher Mindmaps, in denen die Graduierten und Betreuer*innen den eigenen Wissensstand zum Thema Gender darstellen konnten.

Mehr Raum nahm im Folgenden das Plenum zur gendergerechten Sprache ein: Auf Basis verschiedener aktueller Leitfäden zu geschlechterbewusstem Umgang mit Sprache (u.a. von der Technischen Universität Braunschweig, der Universität zu Köln und der Humboldt-Universität zu Berlin) fand eine eingehendere Orientierung zum Thema der geschlechtergerechten Sprache statt. Die anschließende Frage, ob sich die Teilnehmer*innen von KoMMa.G für eine einheitliche Form des Genderns entscheiden, blieb an dieser Stelle noch offen.

Den größten Block, der zugleich den inhaltlichen Schwerpunkt bildete, stellte die Textarbeit dar: Um den Austausch untereinander zu fördern, teilten sich die Graduierten in vier Gruppen à vier Personen auf. Jede dieser Gruppen war einem speziellen Thema zugeordnet: Gruppe 1 las und diskutierte Texte über Begriffsklärungen zu Gender, Gruppe 2 zu Gender in den Ingenieurwissenschaften. Gruppe 3 beschäftigte sich mit Arbeiten zu Gender in den Naturwissenschaften und Gruppe 4 zu Gender und Technik. Die gemeinsamen Erkenntnisse wurden in großformatigen Postern zusammengefasst und anschließend den anderen Teilnehmer*innen präsentiert. Die Präsentation dieser Poster – an deren Diskussion auch die Betreuer*innen teilnahmen – erfolgte nach der Methode Infomarkt: Auf Gruppen von vier Personen angewandt sieht Infomarkt vor, dass jeweils zwei Gruppenmitglieder das eigene Poster erklären, während die übrigen zwei Teilnehmer*innen von Infostand zu Infostand gehen und sich die anderen Poster vorstellen lassen. Haben letztere alle Poster kennengelernt, werden die Rollen getauscht: Nun gehen die beiden Gruppenmitglieder, die zuvor ihr eigenes Poster präsentierten, von Infostand zu Infostand, während die zwei Teilnehmer*innen, die bereits die Runde gemacht haben, die Vorstellung des eigenen Posters übernehmen. Somit ist gewährleistet, dass alle Teilnehmer*innen sowohl ihr eigenes Poster vorgestellt, als auch alle anderen Poster besucht haben.

Die Präsentationsphase erwies sich nicht nur durch den aktiven Wechsel mit dem Besuch der verschiedenen Infostände als sehr belebend. Sowohl die Textarbeit in der Kleingruppe als auch die informativen Einblicke in die Themen der jeweils anderen Gruppen und das wiederholte Präsentieren des eigenen Posters erwiesen sich als gelungenes Einarbeiten in das gemeinsame geisteswissenschaftliche Arbeiten zum Begriff Gender in den natur- und technikwissenschaftlichen Fachbereichen – ein Austausch, der nicht zuletzt uns als Graduierte von KoMMa.G auf fachlicher wie auf kollegialer Ebene einander näher brachte.

Im Anschluss an diese Gruppen- und Präsentationsphase konnten die Kollegiat*innen und Betreuer*innen ihre zu Anfang aufgestellte Mindmap dahingehend überarbeiten, inwiefern sich das individuelle Verständnis des Begriffs Gender durch den Workshop verändert hatte.

Als Ausklang des Workshops fand eine offene Runde zur Klärung entstandener Fragen und für Rückmeldungen verschiedenster Art statt. Neben positivem Feedback und einigen Verbesserungsvorschlägen für kommende Workshops wurde darauf hingewiesen, dass sich die Arbeits- und Herangehensweisen in der gemeinsamen Textarbeit vor allem zwischen MINT- und geisteswissenschaftlichen Fächern unterschieden. Deutlich wurde, wie sehr KoMMa.G bereits das Selbstverständnis und die Neugier entwickelt hatte, die Differenzen zwischen den Fachdisziplinen und -kulturen als Gelegenheit wahrzunehmen, gemeinsam über das eigene Fach hinaus zu arbeiten und den Horizont des eigenen Themas auf nachhaltige Weise zu erweitern.

Thomas Nückel und Katharina Losch

       Workshop II - 19. Juni 2017

Gruppenbild der zweiten Workshops

Am 19.06.2017 fand der zweite Workshop des laufenden Semesters statt. Diesmal ging es an die Ostfalia nach Wolfenbüttel. Zur Vorbereitung galt es einige Sachen zu lesen. Einen Laborumdruck zum Versuch Füllstandsregelung, einen zugehörigen von Studierenden angefertigten, selbstverständlich anonymisierten Bericht und ein Paper, welches von Dagmar Meyer, die das Labor der Regelungstechnik betreut, als Erstautor*in mitverfasst wurde. Über diese drei der Regelungstechnik zugeordneten Textdokumente wurde sich in der ersten Stunde ausgetauscht. Insbesondere ging es um Begrifflichkeiten und die Benutzung derselben. Beispielsweise hat das Wort Strecke in der Regelungstechnik folgende Bedeutung: Eine Regelstrecke ist der Teil eines Regelkreises, der die zu regelnde physikalische Größe enthält. Dieser Begriff ist ähnlich wie der Begriff Sprungantwort für viele von uns wenig fassbar gewesen. Dagegen stellten spezifische Begriffe wie P-Regler ein geringeres Problem dar, da diese nicht im allgemeinen Sprachgebrauch vorkommen und daher bei fachfremden Leser*innen für weniger Irritationen sorgten.

Im Anschluss wurde das Labor für Regelungstechnik von der Gesamtgruppe besucht und durch Axel van der Kamp und Dagmar Meyer vorgestellt. Hier wurde der Versuch zur Füllstandsregelung, welcher dem Bachelorstudium zugeordnet ist, vorgeführt. Dies hat zumindest bei mir (Max) einiges des Gelesenen klarer werden lassen und auch sehr schön veranschaulicht, wie eine Wissensübertragung anhand des Laborumdruckes und den zwei Vorlesungen in die angewandte Praxis erfolgt. Zusätzlich wurde auch ein Versuch aus dem Masterstudium gezeigt, in dem ein physikalisches Pendel an einer Laufkatze so geregelt wird, dass das Pendel bei einer Bewegung der Laufkatze nicht zu schwingen anfängt. An dem Versuch konnte sehr schön gezeigt werden, wie Regelungstechnik wirkt, da das gezeigte Ergebnis der Alltagserfahrung widerspricht.

In der abschließenden Zeit wurden über zwei wissenschaftskritische Texte geredet, einer von Ludwik Fleck und der andere von Karin Knorr-Cetina. Einige der in den Texten beschriebenen Phänomene von Fachdisziplinen haben wir am Vormittag im Labor und bei der vorherigen Besprechung im Kolleg erleben dürfen. Begriffe werden verschieden verstanden und benutzt, Abbildungen unterschiedlich gesehen bzw. interpretiert. Es wurde deutlich, dass die Texte Situationen beschreiben, mit denen wir im Forschungskolleg KoMMa.G derzeit konfrontiert sind.

Die Kombination aus Theorie und praxisnahen Beispielen in diesem spannenden Workshop regte viel zu Diskussionen an. Dadurch lernen wir, an den bereits beschriebenen und immer wieder zwischen uns auftauchenden Verständnis- und Verständigungsproblemen zu arbeiten und uns anderen Fächern öffnen, um eine gemeinsame Basis zu erhalten. Es war ein durchaus gelungener zweiter Workshop, bei dem wir einiges von- und miteinander lernen konnten.

Im Anschluss an den sehr interessanten und klar zeichnenden Workshop gab es für Interessierte noch eine Führung durch Wolfenbüttel. Fürs nächste Mal könnte die Bibliothek auf dem Programm stehen, die leider montags geschlossen hat.

Max Metzger und Tanja Heuer

 

 

       Summer School I “Missing Links” – 18./19. September 2017

Gruppenbild der ersten SummerSchool

Für die erste Summer School, die sich auf Grund des Wetters eher wie eine Herbstschule anfühlte, traf sich das Kolleg diesmal etwas außerhalb Braunschweigs in den hellen Räumen des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik, direkt am Forschungsflughafen. Wegen der relativ kurzen Vorlaufzeit wurde sie in Kooperation unserer Forschungsfelder 3 und 4 eher im Stil einer Klausurtagung unter dem Thema “Missing Links” konzipiert. Ziel war vor allem die bessere Vernetzung innerhalb des Kollegs sowie das Aufspüren inhaltlicher und methodischer Schnittstellen.

Für einen ausgesprochen erfrischenden Einstieg sorgte Prof. Dr. Martin Korte von der Graduiertenakademie der TU Braunschweig mit einem heiteren Grußwort. Anschließend gaben die Sprecherinnen CORINNA BATH und BETTINA WAHRIG mit ihrem Grußwort eine Art Auftaktvortrag, in dem sie auf ausgewählte Methoden der Gender Studies zu sprechen kamen, diese anhand einiger Beispiele erläutertern und dabei auch die Interdisziplinarität des Kollegs mitdachten.

Hauptprogrammpunkt der Summer School waren die Posterpräsentationen der einzelnen Stipendiat*innen, anhand derer die möglichen Schnittstellen untereinander sowie aktuelle Fragen und Herausforderungen diskutiert werden konnten. Dies fand in Form von vier Infomärkten á zwei Stunden statt, bei denen jeweils vier Stipendiat*innen gleichzeitig ihre Poster präsentierten, während sich der Rest in kleineren Gruppen auf die Poster aufteilte und nach jeweils 30min. zum nächsten Poster rotierte. Für die Vortragenden bedeutete das, zwei Stunden am Stück zu präsentieren, diskutieren und Frage und Antwort zu stehen – also eine durchaus intensive Auseinandersetzung mit den eigenen aktuellen Schwachstellen, Sackgassen und Fragezeichen, aber auch viel Zeit, um sich Ratschläge und Anregungen zu notieren. Für die jeweils Zuhörenden bot sich dadurch der Rahmen, um sich in die anderen, meist fachfremden Dissertationsprojekte so gut wie über die disziplinären Gräben hinweg eben möglich hineinzudenken. Schade war vor allem an dieser Stelle, dass nich alle Betreuenden anwesend waren und so z.B. nicht bei der Darlegung der verwendeten Methoden und Forschungskontexte der Projekte unterstützen konnten.

Impulse und hilfreiche Erklärungen in Bezug auf das Verständnis und die Verwendung der Kategorie Gender in der wissenschaftlichen Forschung bot der Abendvortrag am Ende des ersten Tages von HELENE GÖTSCHEL, Professorin für Gender in Ingenieurwissenschaften und Informatik an der Fakultät für Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik der Hochschule Hannover. Sie legte zunächst sehr zugänglich Theorien und Ansätze aus der Geschlechterforschung dar und zeigte, wie diese auch für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) fruchtbar gemacht werden können. Dafür nutzte sie anschauliche Beispiele aus der eigenen Lehre und zeigte, wie mit einer gendersensiblen bzw. intersektionalen Perspektive die Vermittlung physikalischer Grundlagen an Studierende analysiert und auch (um-)gestaltet werden kann. Götschels Vortrag übermittelte m.E. wichtige Punkte, auf die während der Posterdiskussionen am zweiten Tag der Summer School rekurriert werden konnte.

Auch die öffentliche Keynote von NICOLA MARSDEN, u.a. Leiterin des Netzwerks Gender-Wissen-Informatik, am Morgen des zweiten Tages lieferte unter dem Titel „Von Personas und Geschlechterstereotypen: Wie werden Nutzer*innen bei der Entwicklung von Mensch-Technik-Interaktion berücksichtigt?“ einige Denkimpulse. Vor allem die Diskussion über die Verwendung von Personas war für die Dissertationsprojekte, die sich mit Entwicklungsprozessen von Produkten beschäftigen, sicherlich interessant.

Nach den Infomärkten des zweiten Tages kamen zum Abschluss alle vier Forschungsfelder, inklusive der zugehörigen Betreuenden, unter sich zusammen. Es wurde diskutiert, was das eigene Forschungsfeld ausmacht sowie Gemeinsamkeiten, Herausforderungen und Chancen formuliert und auf Flipcharts festgehalten, die anschließend im Plenum präsentiert wurden.

Insgesamt ermöglichte die Summer School einen intensiven Austausch sowohl innerhalb der vier Forschungsfelder als auch des gesamten Kollegs. Neben gemeinsamen Abendessen ergaben sich um das Hauptprogramm herum auch viele weitere Treffen, wie zum Beispiel eines zur Planung der nächsten gemeinsamen Workshops und der Summer School 2018 sowie ein Lesekreis.

Myriam Raboldt

  

       Methodenworkshop II - 15. Januar 2018

TU Braunschweig 10:00 Uhr – 15:00 Uhr

Am 15. Januar 2018 fand der vierte Workshop des Graduiertenkollegs KoMMa.G an der TU Braunschweig statt. Das Thema „Methoden“ des letzten Workshops stand auch diesmal wieder im Fokus. Allerdings sollte nach der theoretisch ausgerichteten Textarbeit nun eine Vertiefung und praktische Anwendungsorientierung erfolgen. Dementsprechend basierte das Format des Workshops nicht auf Textarbeit, sondern auf den eigenen Erfahrungen aller Teilnehmer*innen mit verschiedensten Methoden. Daher sollten alle Teilnehmenden im Vorfeld eine 2-3 minütige Kurzpräsentation einer Methode ihrer Wahl vorbereiten. Die Präsentationen sollten beinhalten, warum die Methode gewählt wurde, wie die Methode angewendet wird und welche Schwierigkeiten, Vor- und Nachteile die Methode mit sich bringt. Dies sollte besonders konkret anhand von Beispielen dargelegt werden.

Bevor der eigentliche Workshop startete, stand jedoch ein anderer Programmpunkt an: Prof. Thiele, der als Betreuer im Kolleg beteiligt ist, stellte sich und das Stahlbau Institut der TU Braunschweig vor. Nach dieser kurzen Vorstellung, begann der Workshop mit den Kurzpräsentationen der Teilnehmenden zu den jeweils gewählten Methoden. Der Reihe nach präsentierten alle Teilnehmer*innen, wobei die Vielfalt der gewählten Methoden beeindruckte. Darunter waren Prototyping, EEG, kritisches Lesen und verschiedene Arten von Interviews, um nur einige zu nennen. Kaum eine Methode wurde mehrmals präsentiert und wenn, dann wurden dennoch Unterschiede deutlich. Dies ist auch durch die verschiedenen Hintergründe und Disziplinen der Teilnehmenden zu begründen, die zu Unterschieden in der Anwendung von Methoden führen. Somit verdeutlichte sich abermals die Interdisziplinarität des Kollegs, aber auch die Schwierigkeiten, die diese mit sich bringt.

Als die Runde der Kurzpräsentation beendet war, ging es in der nächsten Phase mit Gruppenarbeit weiter. Die Teilnehmenden bildeten vier Gruppen, in welchen die vorgestellten Methoden diskutiert werden sollten. Dabei sollte der Fokus auf interdisziplinärem Arbeiten liegen, indem diskutiert werden sollte, wie und ob verschiedene Methoden auf das jeweils eigene Promotionsprojekt übertragen und angewendet werden können. Die Diskussionen entwickelten sich in den Gruppen sehr verschieden und verliefen mal mehr, mal weniger strukturiert. Dies wurde auch in der darauffolgenden Phase deutlich, zu welcher sich wieder alle Teilnehmenden zusammenfanden. Jede Gruppe erläuterte kurz, wie die eigene Diskussion verlaufen war und was die Resultate dessen waren. Anschließend begann die Mittagspause und alle begaben sich zum Essen in die Mensa.

Nach der Pause stand noch eine weitere Professoren-Vorstellung an, nun von Prof. Wätzig vom Institut für Pharmazeutische Chemie der TU Braunschweig, der ebenfalls Betreuer im Promotionskolleg KoMMa.G ist. Daraufhin begaben sich alle für den zweiten Teil des Workshops in das Institut für Stahlbau, wo Prof. Thiele bereits eine Laborbesichtigung vorbereitet hatte. Er präsentierte unter anderem den Windkanal, welcher zum Beispiel zur Ermittlung der Windbelastung auf Bauwerke oder Bauteile genutzt werden kann. Beeindruckend war auch der Aufspannboden, welcher sich für Großversuche eignet. Ein weiteres interessantes Forschungsprojekt konnte uns an der servohydraulischen Schnellzerreismaschine vorgestellt werden. Hier werden Hochgeschwindigkeitszugversuche gemacht. Des Weiteren wurden uns auch optische Messinstrumente gezeigt, wie ein Videoextensometer, ein Laserextensometer und der EPSI-Sensor, mit dem man Schwachstellen zum Beispiel an Stahlbrücken erkennen kann. Zuletzt ging es durch die Werkstatt, in der auch technische und kaufmännische Auszubildende, teilweise mit Schwerbehinderung arbeiten und ausgebildet werden.

Neben der Durchführung von wissenschaftlichen Experimenten werden hier aber auch verschiedene Dienstleistungen durchgeführt. Daher gab es beispielsweise auch eine Legehennenbatterie zu sehen, die im Labor auf Belastbarkeit getestet wurde. Prof. Thiele gewährte somit spannende Einblicke in die Arbeit des Instituts. Anschließend an die Laborbesichtigung versammelten sich alle nochmal für eine kurze Nachbesprechung und gaben Feedback zum Workshop.

       Workshop V - 17. Mai 2018

Der fünfte Workshop des Promotionsprogramms KoMMa.G fand am 17. Mai 2018 in der Fakultät Informatik an der Ostfalia in Wolfenbüttel statt. Organisiert von Forschungsfeld 3 wurde das Thema Technik genauer unter die Lupe genommen. Im Rahmen des Workshops haben sich Frau Prof.in Schiering und Herr Prof. Gerndt vorgestellt, die auch beide an der Fakultät Informatik ansässig sind. Berichtet wurde von neuen Forschungsprojekten in der Digitalisierung und der Robotik, welche Herausforderungen und Chancen diese aktuellen Themen auch Disziplinen-übergreifend bieten.

Der erste Teil des Workshops bestand darin, mit einem Arduino Uno und entsprechenden Komponenten Mini-Projekte wie ein tastgesteuert LED, eine LED Balkenanzeige oder einen Taster zu entwickeln. Das Buch „Arduino Projekte“ stellt dabei Schritt-für-Schritt Anleitungen zur Verfügung, sodass auch Nicht-Techniker*innen ein Verständnis für die Arduino-Programmierung erlangen können. Für jedes Mini-Projekt gab es eine Einleitung, eine Bauteile-Liste, den Musteraufbau und den Programmcode, Zeile für Zeile erklärt was passiert. In Zweiergruppen konnten sich so alle Promovenden und die Betreuenden in eigenem Tempo den Projekten widmen und wer schon Ahnung hatte, konnte die Projekte erweitern und ausbauen.

Nach der Mittagspause ging es dann wiederrum an einen etwas theoretischeren Teil. Während vormittags praktisch gewerkelt werden konnte, wurden am Nachmittag die Fragen untersucht, „welche Rolle Technik in unserem Promotionsprojekt spielt“ und „welche Technik wir in unserem Promotionsprojekt nutzen“, also den Unterschied inwieweit Technik eine elementare Rolle in unserem Thema spielt oder eher als Kommunikationsmittel genutzt wird.

Mit Brainstormung wurden alle Informationen gesammelt, versucht zuzuordnen und entsprechend der einzelnen Promotionsprojekte diskutiert. Erneut wurde deutlich, dass Ingenieur- und Naturwissenschaftler direkt mit Maschinen arbeiten, diese programmieren oder (weiter-)entwickeln, während die Sozial- und Geisteswissenschaftler die Technik eher als Mittel zum Zweck nutzen, wie Online-Recherche, Kommunikationsmittel, schreiben, Medienübertragung, etc.

       Summer School II - 27.-29. August 2018

Montag, 27.08.2018

Ab 13:00 Uhr erfolgte die Ankunft der Teilnehmer*innen mit Kaffee und Kuchen sowie einer Begrüßung durch das Organisationsteam. Im Anschluss wurde das Programm der Summer School kurz vorgestellt und organisatorische Fragen geklärt. Anschließend wurde die Moderation von Dr. Sandra Buchmüller und Corinna Melcher übernommen. Sie erfragten mit verschiedenen Methoden die Erwartungen, Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmer*innen bezüglich der folgenden Konferenz ab. Im Anschluss ging es gegen 17.00 Uhr in die Innenstadt in das italienische Restaurant L’Oliveto, um in gemütlicher Runde den Tag zu reflektieren und sich für den folgenden Vortrag zu stärken. Von 19:00 bis 21:00 Uhr fand in der Kommisse in Wolfenbüttel der öffentliche Vortrag von Jutta Weber zum Thema „Ressourcing the trouble. Transdisziplinarität als Herausforderung und Desiderat“ statt.

Dienstag, 28.08.2018

Am Dienstag wurde um 9:00 Uhr mit dem Workshop von Dr. Martina Erlemann zum Thema Fachkulturen begonnen. In Kleingruppen tauschten sich interdisziplinäre Promovend*innen-Teams zu Merkmalen ihrer Disziplin aus und diskutierten Schwierigkeiten und Herausforderungen in ihren Disziplinen. Nach einer einstündigen Mittagspause im Solferino folgten die „Crosstalks“. Hier wurden vier Promotionsprojekte durch fachfremde Betreuer*innen in einer Stunde kommentiert. Die unterschiedlichen Perspektiven führten zu neuen spannende Erkenntnisse. Es ging nicht um eine Beurteilung, sondern eher um einen wohlwollenden, inspirierenden Kommentar. Das Verständnis von Fachkulturen sollten hiermit vertieft werden. Der folgende Waldspaziergang im Lechlumer Holz trug zu einer entspannten Diskussionsatmosphäre bei, wo in Kleingruppen von zwei bis drei Personen methodisch aktuelle Fragestellungen/Herausforderungen/ Probleme erörtert werden konnten, ohne dies vor der ganzen großen Gruppe aufarbeiten zu müssen. Nach einem kleinen Abendessen fand ab 19.30 Uhr das Identitätenlotto mit Juliette Wedl statt. Hier wurden spielerisch in vierer bis fünfer Gruppen die Identitäten und somit auch die Perspektiven im Leben gewechselt.

Mittwoch, 29.08.2018

Der Tag startete um 9:00 Uhr mit gemütlichem Ankommen und einer kurzen Begrüßung. Ab 9:30 Uhr fanden zwei parallele 2 ½ stündige Workshops unter Leitung von Dr. Smilla Ebeling und Prof. Dr. Christian Kehrt statt, die beide bereits in interdisziplinären Projekten gearbeitet haben und von ihren Erfahrungen berichten konnten. Sie erörterten gemeinsam mit uns unsere eigenen Fragen und Sorgen bezüglich dieser Thematik Interdisziplinarität. Abwechslungsreich ging es um 12:00 Uhr mit der Vorstellung des gemeinsamen Projektes von Prof. Dr. Bettina Wahrig und Prof. Dr. Ulrike Bergermann aus verschiedenen Fachkulturen weiter. Sie stellten gegenseitig ihr Eindrücke und Erwartungen während der Zusammenarbeit vor. Nach einer Mittagspause endete die diesjährige Summer School mit einer Reflexionsrunde durch Corinna Melcher und Dr. Sandra Buchmüller, die ihre Eindrücke und fesselnde Schlüsselmomente der Tagung sowie eine abschließenden Feedback-Runde zum Programm und der Organisation präsentierten. Abschließend klang der Abend im Strandwolf Wolfenbüttel aus. Des Weiteren bestand auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, an einer zweistündigen Führung in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel am folgenden Tag teilzunehmen. Dieses wurde zahlreich angenommen.

Der Bericht wurde verfasst von Rebecca Wiesner und Thomas Nyckel

       Workshop VΙ - 28. Juni 2018

Der sechste Workshop des Promotionsprogramm KoMMa.G fand am 28. Juni 2018 an der TU Braunschweig statt und stand im Zeichen von Film-/Medienwissenschaften, Philosophie und Ideologie(kritik). Er wurde vom Forschungsfeld 3 organisiert und orientierte sich an der disziplinären Schnittstelle der Promotionsprojekte von Nadine Dannenberg und Jan Büssers.

Der Workshop baute auf der vorangegangenen Lektüre von Teresa de Lauretis „Die Technologie des Geschlechts“ (1987) sowie der vorangegangenen Sichtung von zwei YouTube-Videos von Slavoj Žižek – „We neeed Thinking“ (Link: https://www.youtube.com/watch?v=MtPghWHAQfs ) & „Žižek on Toilets“ (Link: https://www.youtube.com/watch?v=rzXPyCY7jbs ) auf, die den Teilnehmenden einen ersten Blick auf das Vorhaben geben sollten.

Zunächst wurde gemeinsam John Carpenter’s „They live“ (1988) diskutiert, in dem es um eine Unterwanderung der menschlichen Gesellschaft durch Außerirdische geht, die mittels einer technischen Anlage unbemerkt unter den Menschen leben und diese auch beherrschen. Nur John Nada, der in einem Versteck spezielle Sonnenbrillen findet, kann hinter die Verschwörung blicken und sieht neben den Außerirdischen auch die versteckt-eingeschriebenen ideologischen Botschaften in der ihn umgebenden Welt – so offenbart sich beispielsweise hinter einem Werbeplakat für eine Traumreise plötzlich die Aufforderung „Marry and Reproduce!“ oder hinter den Geldscheinen die Botschaft „This is your God!“. Der Kulturtheoretiker und Philosoph Slavoj Žižek greift diesen Film in seinem „Pervert’s Guide to Ideology“ (2012) auf (Link zum Ausschnitt: https://www.youtube.com/watch?v=TVwKjGbz60k ) und diskutiert ihn als Paradebeispiel für die Allgegenwart von Ideologie und die Beschwerlichkeit diese zu entlarven.

Nach einer ersten Diskussion des Films wurden die Teilnehmenden dann in Kleingruppen aufgefordert selbst einen Blick auf bereitgestellte Objekte mit und ohne Ideologiebrille zu werfen – als Beispiel hierfür diente ein Ausschnitt aus der Reihe „Sternstunde Philosophie“ des Fernsehsenders 3Sat vom 19. Juni 2016, indem die Interviewerin Žižek aufforderte eine Sonnenbrille zu tragen und ihr die ideologischen Implikationen hinter den von ihr gezeigten Gegenständen zu beschreiben (Link: https://www.youtube.com/watch?v=Lsc1e3pYtRw&feature=youtu.be&t=7m29s ). Unter den während des Workshops zu beschreibenden und zu diskutierenden Objekten befanden sich verschiedene Zeitschriften (Men’s Health, Bravo Girl, usw.), eine Payback-Karte, ein Fußballstickeralbum, ein Fahrradschloss, eine Hundeleine, eine Armbanduhr und einiges mehr.

Abschließend wurde in großer Runde über das Gesehene, das Brillen-Experiment und die Einordnung des Mediums Film – gerade auch anhand des vorab gelesenen Textes von Teresa de Lauretis – diskutiert.

       Workshop VII - 29. Oktober 2018

The workshop on 29.10.2018 was organized by research field four, Katharina Heuer, Ziyi Xu, Katharina Losch and Ingo Bednarek, at the BRICS – Braunschweig Integrated Centre of Systems Biology. The focus was on the question: “Making behaviour and experience measurably – How can this work?” Therefore, insights into selected research parts were combined with practical exercises.

In the very beginning, Prof. Dr. Kauffeld who is the head of the Department of Industrial/ Organizational and Social Psychology gave a welcome speech and an inspiring introduction to her research areas in psychology to all the participants.

Then Prof. Dr. – Ing. Fingscheidt who is the head of the Department of Signal Processing and Machine Learning gave an introduction about automatic speech emotion recognition (SER). A very interesting demo of recognizing emotions from speech was showed. After the introduction about automatic speech emotion recognition, Mr. Xu started his presentation “Emotion Recognition – Annotation Experiment and Gender Study”.

In the first part of the presentation, all the participants were asked to do an anonymous emotion annotation experiment. In this annotation experiment, Mr. Xu played a number of speech audio files. The participants labelled individually certain emotions (happy, neutral, sad, and angry) based on their perceptions for each speech audio file and filled in the corresponding questionnaire. All the participants were asked to judge and label the emotions by their intuition. To further group the annotators, each participant was asked to fill in the gender and age information in the anonymous questionnaire.

The reason of this experiment is that interpretations of emotions vary from person to person. This interpretation can be influenced by human annotator’s gender and also age. Mr. Xu wants to find the voting distribution differences of annotators with different ages and genders. Hereby, it is possible to find a proper way to group the human annotator’s to achieve a high group labelling homogeneity for a certain emotion. In most speech emotion recognizer trainings, a single ground truth emotion label is used and is obtained from human annotators’ majority agreement. By getting a good group labelling homogeneity, the performance of the automatic speech emotion recognizer can also be improved.

In the second part of the presentation, Mr. Xu introduced his newest conference paper “On the Effects of Speaker Gender in Emotion Recognition Training Data”. This paper is presented in the ITG Conference on Speech Communication.

In the afternoon, Ms. Katharina Heuer gave us a very interesting and interactive introduction about psychology categories (states) of humans. We did some exercises, listened to an interview recording and judged the psychology state of the interviewee.

Ziyi Xu and Katharina Losch

       Workshop VIII - 29. November 2018

Am 29. November 2018 trafen wir uns zum vorerst letzten selbstorganisierten Kollegs-Workshop, diesmal unter der Leitung von Katharina Losch und Ingo Bednarek. Wie auch in einigen vorherigen Workshops hatten sich auch diesmal zwei unserer betreuenden Professor*innen bereit erklärt, sich und ihre Arbeit etwas ausführlicher vorzustellen. Den Auftakt machte Prof. Dr. Sabine Brombach von der Fakultät für Soziale Arbeit an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Sie begann -- mit dem Verweis, dass sie sich schon immer für Orte und deren Geschichte interessiere -- mit einem lehrreichen kurzen Abriss über die Räumlichkeiten, in denen wir uns gerade befanden, nämlich auf dem ehemaligen Kasernengelände "Am Exer" der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel: 1936 im Nationalsozialismus gebaut, wurde die Kasernen nach dem Zweiten Weltkrieg von der britischen Armee genutzt, bis Anfang der 1990er Jahre die Ostfalia einzog. Wir saßen also in einer umgebauten alten Panzerhalle!

Einen anderen Standort der Ostfalia, nämlich den Campus Suderburg, hat Sabine Brombach selbst mit aufgebaut. Seitdem hat sie immer wieder die Planung und den Aufbau von Universitätsstandorten in verschiedenen Regionen weltweit unterstützt. Neben diesen "offiziellen" Stationen ihres Werdegangs gab sie auch persönlichere Einblicke: was sie eigentlich mal "werden wollte", welche "Umwege" es gab und wie sie zum Feminismus gekommen ist. Ihre Botschaft an uns: Bleiben Sie neugierig! Anschließend brachte uns Katharina Losch, die zur Rolle internationaler (Post-)Doktorandinnen im deutschen Wissenschaftsfeld der Informatik forscht, ihre Arbeitsweise näher, indem sie ihre Methode der Grounded Theory vorstellte. Dabei konnten wir deren Charakteristika, Grenzen und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu unseren eigenen Methoden und Arbeitsweisen diskutieren. Schließlich probierten wir uns am "offenen Codieren" anhand zweier Interviewausschnitte, die Katharina als Beispiele mitgebracht hatte. Es wurde so unter anderem deutlich, dass es nicht so leicht ist, vom offenen, unvoreingenommeren Codieren nicht schon ins Interpretieren hinüberzugleiten.

Nach der Mittagspause folgte die Vorstellung von Prof. Dr. Ulrike Bergermann, Medienwissenschaftlerin an der HBK Braunschweig, die zunächst einmal erklärte, dass sie von linear erzählten Selbstdarstellungen nicht so viel halte. Stattdessen wählte sie einzelne Erlebnisse, Tätigkeiten und Entwicklungen aus und machte gleichtzeitig die Willkürlichkeit der Auswahl deutlich. Interessant waren ihre Ausführungen zum Feminismus und bzw. in der Wissenschaft und der Verschränkung von Kunst, Politik und Wissenschaft. Im letzten Teil des Workshops stellte uns Ingo Bednarek den Stand seiner Arbeit zur Umsetzung einer geschlechtersensiblen Akteur-Netzwerk-Theorie vor. Als Übung versuchten wir uns in Kleingruppen am Zeichnen einer Mindmap zum Netzwerk einer bestimmten Beispielsituation und diskutierten anschließend im Plenum die Schwierigkeiten, die dabei auftraten.

Nach dem Workshop ließ ein Teil der Promovierenden den Tag bei Apfelpunsch auf dem Wolfenbütteler Weihnachtsmarkt ausklingen.

M. Raboldt

Berichte von KoMMa.G-Promovierende

       January 2019: Experience report of ICTD X in Ahmedabad, India by Katharina Losch

Katharina Losch
© 

‘The Tenth International Conference on Information and Communication Technologies and Development’ (ICTD X) at the Indian Institute of Management Ahmedabad, India, 4–7th January 2019, was an exceptional start into the new year. I attended the event as a doctoral researcher from the Ostfalia University of Applied Sciences in Germany, in the context of the doctoral programme ‘KoMMa.G — Gendered Configurations of Humans and Machines. Interdisciplinary Analyses of Technology’.

To be selected to present my work in the first ICTD Doctoral Consortium was particularly rewarding. I presented a poster on my doctoral project about ‘Female doctoral researchers from India and China in German computer science’. Against the background of a growing internationalisation in higher education, I analyse the mobility of these women as well as their impact on gender relations in German computer science. Especially in India, it is more common for women to study computer science than for instance in Germany which makes a focus on such an intercultural encounter so interesting.

Besides the conference topic on ‘Information and Communication Technology and Development’ the hosting country India was an ideal setting for communicating my research. Getting a feeling of the Indian society — short but intensive — and meeting researchers that are culturally familiar with the phenomenon of women in IT in India gave me special perspectives from within. Additionally, I could gain an impression of the society of origin of my (Indian) focus group that I investigate by means of an explorative interview study.

In the Doctoral Consortium, the other doctoral researchers and me received a detailed and project specific feedback whereby we were guided by experienced mentors — among them the organizers of the Doctoral Consortium: Prof. Aditya Johri, Prof. Nimmi Rangaswamy and Prof. Vigneswara Ilavarasan. We also learned about other PhD candidates’ projects. Connecting with other researchers that work in different parts of the world within the field of ICTD and discovering similarities was a unique experience. The Young Researchers Night which took place after the Doctoral Consortium gave possibility to further extend these contacts.

I was amazed by the variety of research in ICTD that was presented at the conference. It broadened my horizon on the potentialities of information and communication technologies for society, especially for building structures to foster equal possibilities. Due to my research background, especially the focus on gender at ICTD captured my interest, for example the open session on ‘Gender Equality in the Indian IT workforce’ by Oindrila Matilal and Mounika Neerukonda from IIIT Bangalore. The open session was organized as a panel discussion. Besides the research perspective, female practitioners talked about their experiences in that field.

These insights showed once again how important research on women in IT is and that there is still a lot work ahead in order to foster equal possibilities for both men and women. In this context, I also would like to refer to the impressive keynote by Prof. Smitha Radhakrishnan who talked about womens’ empowerment in India. All in all, being part of ICTD X was a great and enriching experience that strengthened me on my doctoral path and opened new perspectives.

Veröffentlicht auf den Seiten von Medium.com

       May 2019: report of NORA Conference 2019 "Border Regimes, Territorial Discourses & Feminist Politics”, University of Iceland (Háskóli Íslands), Reykjavík by Jan Büssers

Skyline
© Jan Buessers

Under the headline “Border Regimes, Territorial Discourses & Feminist Politics”, the NORA Conference 2019 took place at the University of Iceland (Háskóli Íslands) in Reykjavík on May 22nd-24th, 2019. It was a huge conference with 300 speakers from various universities from all over the world and five keynotes that focused on key problems of feminist and decolonial approaches. The opening address of the conference was given by Katrin Jakobsdóttir, the Prime Minister of Iceland, who pointed at the advantages her government has achieved on feminist issues such as e.g. the progressive abortion law that was recently passed in Alþingi (the Parliament of Iceland). Highlighting one of the keynotes (which all were inspiring), Kim TallBear, professor at University of Alberta (Canada), gave an inspiring presentation called “Tipi Confessions and the RELAB: Decolonizing Indigenous Sexualities, and Research-Creation”, in which she offered insights to her project “Tipi Confessions”, which aims at ending the repression of indigenous sexualities. It is a show, in which the audiences are urged to anonymously make confessions about their sexual life and using these confessions to make a funny, sex-positive slide-show. For example, one of these slides shows Justin Trudeau (current Prime Minister of Canada) whose hands shape a heart in front of his chest alongside the confession “When I jerk off, I imagine Justin Trudeau is watching.” The show does not marginalize sexualities and as TallBear hinted at “Tipis have no closets” (an invitation to non-heterosexual practices).

Nora
© Jan Buessers

When I had read the call for papers, I decided to apply with a paper in Stream 7: “Exceeding the Actual: Visions and Spaces for Change”, which fit my current work on utopias of my PhD-project. I applied and was taken with a paper called “Queer Futurity and Utopia: Imagining a Non-Place for Change” that was presented in a panel named “Between Materiality and Vision” alongside two other papers by PhD-candidates from Norway and Finland (all of us engaging with new materialist approaches) on the second day of the conference. Being randomly chosen to be the chair of this panel was also an enriching experience and I want to thank all the participants in this panel for the stimulating discussion. Besides the official program, there were also interventions by activists, urging the participants to make a statement for “No Borders Iceland” (you can find the declaration and a video of the event here) or joining the “Fridays for Futures” rally in Reykjavík. It was a conference showing that there is need for vision and feminist intervention in science and politics. Being part of NORA 2019 was an outstanding experience and I left Iceland with many impressions of inspiring talks and presentations. I want to thank the organizers and all the staff involved for doing such a great job throughout the planning and the conference itself!


  last changed 22.07.2019
TU_Icon_E_Mail_1_17x17_RGB pagetop