Hochaufgelöste Feinstaubmessungen an der DLR-Forschungskreuzung
Geplant startet in der Woche vom 20.04. bis 24.04.2026 an der DLR-Forschungskreuzung in Braunschweig die erste große Messkampagne im Forschungsprojekt KoFeMo. Nach dem die Projektpartner Ihre Systeme in diversen Testkampagnen weitestgehend untersucht und weiterentwickelt haben, steht nun die erste Kampagne an der Kreuzung an, in der die Feinbelastung an der Kreuzung in Abhängigkeit vom Verkehrsaufkommen und den Wetter- sowie Umwelteinflüssen gemessen wird.
Neben den bereits kontinuierlich messenden Systemen des DEUS-Konsortiums werden etwa 80 iMPES-Sensoren des Instituts für Partikeltechnik (iPAT) der TU Braunschweig die Feinstaubbelastung hochaufgelöst im Kreuzungsbereich erfassen, wobei ein Testfahrzeug der IAV, ebenfalls mit iMPES-Sensoren ausgerüstet, während der Kampagne zusätzliche, mobile Messdaten liefert. Parallel dazu lässt das Institut für Flugführung (IFF) einen weithin sichtbaren, rund drei Meter großen Messballon in TU-Farben auf- und absteigen, um so Feinstaub- und Wetterdaten in unterschiedlichen Höhen aufzunehmen.
Ein wichtiger Projektschritt im KoFeMo-Vorhaben
Im Spätherbst (25.-26. November 2025) wurde an der DLR-Forschungskreuzung in Braunschweig ein zentraler Meilenstein im Projekt KoFeMo erreicht. Mit dem Abschluss der Installation der Messtechnik steht nun eine umfassende Infrastruktur zur Verfügung, um Verkehrsaufkommen, verkehrsbedingte Emissionen und Feinstaubbelastungen parallel zu erfassen.
Die Technische Universität Braunschweig forscht im Projekt KoFeMo zu den Ursachen, Wirkungsmechanismen und Abhängigkeiten von Feinstaub und Mobilität gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Als Untersuchungsgebiet wurde das Stadtquartier rund um die AIM-Forschungskreuzung ausgewählt. Hier am Braunschweiger Innenstadtring forscht das DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik, ebenfalls Projektpartner in KoFeMo, bereits zum Verhalten von Verkehrsteilnehmenden.
Projektübersicht
Problemstellung. In Stadtgebieten spielt die Luftreinheit eine wachsende Rolle. Dabei sind Kraftfahrzeuge mit ihren Emissionen durch Abgase, Bremsen und Reifen Hauptverursacher für die Feinstaubbelastung. Neben dem Verkehrsaufkommen beeinflussen Umweltfaktoren, wie Wind, Temperaturschichtung, Niederschlag, etc., die Feinstaubbelastung. Es besteht großer Bedarf, die Feinstaubbelastung zeitnah zur direkten Entstehung über digitale Methoden zu erfassen und in Abhängigkeit von Verkehr und Wetter vorherzusagen.
Projektziel. Ziel ist die räumliche Untersuchung und Multiskalenmodellierung der Dynamik der städtischen Feinstaubbelastung anhand eines exemplarischen Stadtquartiers. Die hochfrequent aufgenommenen horizontalen und vertikalen Feinstaubbelastungsdaten werden echtzeitnah in eine Datenbank übertragen und mit Methoden der künstlichen Intelligenz verarbeitet. Zusammen mit der Multiskalensimulation sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität über intelligente Verkehrsflusssteuerungen abgeleitet werden.
Durchführung. Zentrale Aktivitäten sind die Messung und Simulation der zeitaufgelösten Variabilität auf unterschiedlichen räumlichen Skalen, die Identifizierung und Beschreibung potentieller Emissionsquellen in Kombination mit fahrzeugaufgelösten Verkehrs-flussdaten, sowie die Charakterisierung des Einflusses meteorologischer Parameter. Zum Einsatz kommen hochaufgelöste numerische und datengetriebene Methoden zur Modellierung, Analyse und Prognose der Feinstaubkonzentration und ihrer Dynamik.
Fördermittelgeber
Im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND fördert das BMV (vormals BMDV) seit 2016 datenbasierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die digitale und vernetzte Mobilität der Zukunft. Die Projektförderung wird ergänzt durch eine aktive fachliche Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung und durch die Bereitstellung von offenen Daten auf der Mobilithek. Weitere Informationen über den mFUND finden Sie unter https://www.bmv.de/DE/Themen/Digitales/mFund/Ueberblick/ueberblick.html und über KoFeMo unter https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/DG/mfund-projekte/kofemo.html
Verbundkoordinator und Ansprechpartner
Technische Universität Braunschweig
Institut für Partikeltechnik
Prof. Dr. Carsten Schilde
Tel.: +49 531 391-7009
E-Mail: c.schilde(at)tu-braunschweig.de
Projektvolumen und Projektlaufzeit
Das Projektvolumen beträgt 3.604.740 € (davon 81,3% Förderanteil durch BMV) bei einer Projektlaufzeit von 07/2024 – 06/2027.
Geförderte Projektpartner (FKZ: 01F2288)
Unterauftragnehmer: Black Forest Solutions GmbH (BFS), Brains for hire (IEB)
Assoziierte Partner
Erste Projektergebnisse, Veröffentlichungen und Vorträge
mFUND – Begleitforschung
KoFeMo beteiligt sich aktiv an der mFUND Begleitforschung.