TU BRAUNSCHWEIG

LIMA – Entwicklung eines Life-Cycle-Cost-Konzeptes für den Maschinen- und Anlagenbau

  • Laufzeit: 04/2005–04/2007
  • Förderung: Stiftung Industrieforschung
  • Ansprechpartner: apl. Prof. Dr.-Ing. Christoph Herrmann
  • Internet: PDF

Fragestellung und Motivation

Deutsche Hersteller von Industriearmaturen zählen zu den Weltmarktführern in ihrer Produktbranche. Diese Position wird jedoch durch zwei Entwicklungen gefährdet: einen steigenden Import von preisgünstigeren Produkte aus asiatischen Ländern am Markt sowie den zunehmenden Kostendruck bei den Abnehmern von Industriearmaturen, was die Akzeptanz der Armaturen aus asiatischen Ländern steigert. Diese Armaturen sind hinsichtlich der Leistungskriterien über den Lebenszyklus (Ausfallwahrscheinlichkeit, Reparaturfreundlichkeit, Ersatzteilverfügbarkeit usw.) häufig qualitativ geringwertiger, können jedoch aufgrund der niedrigen Lohnkosten zu günstigeren Preisen angeboten werden. Aufgrund der langen Lebensdauer einer Armatur sind jedoch auch die Folgekosten der Lebenszyklusphasen nach der Herstellung zu berücksichtigen. So fallen beispielsweise große Kostenanteile für Wartung und Reparatur während der Nutzungsphase an. Zudem ist zu berücksichtigen, dass eine Armatur in der Regel in verfahrenstechnische Großanlagen verbaut wird (z.B. Kraftwerke oder Chemieanlagen), so dass ein Ausfall einer Armatur weiterhin sehr hohe Opportunitätskosten der Großanlage verursachen kann. Diese Kosten, welche in der Summe ein Vielfaches der Anschaffungskosten ausmachen können, werden bei den Entscheidungsfindungen häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Dies hat zur Folge, dass dem Nutzer qualitativ geringwertiger Armaturen über den Lebenszyklus gesehen insgesamt höhere Kosten entstehen. Die Kaufentscheidung des Kunden sollten daher neben dem Anschaffungspreis alle im gesamten Produktlebenszyklus anfallenden Kosten, die so genannten Life Cycle Costs, berücksichtigen.

Vorgehensweise und Projektziel

Im Rahmen des Projekts wurde ein generisches Konzept zur Bestimmung der Lebenszykluskosten von Industriearmaturen entwickelt und in ein geeignetes Softwarewerkzeug überführt. Ein derartiges Konzept sichert den Kunden die Vergleichbarkeit verschiedener Angebote und ermöglicht den Herstellern, die Kosten Ihrer Produkte zu analysieren und transparent darzustellen.


  last changed 23.10.2012
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