TU BRAUNSCHWEIG

Tag der jungen Softwareentwickler (TDSE 2015)

Auch dieses Jahr, am Donnerstag den 23.07.2015, konnten sich alle Technikbegeisterte im Foyer des Informatikzentrums die vielen Projekte anschauen, die im Rahmen des Tages der jungen Softwareentwickler (TDSE) vorgestellt wurden. Dieser Tag stellt den Abschluss des Softwareentwicklungspraktikums dar, welches sich über das gesamte Semester erstreckte und bietet dem Publikum eine interessante Sicht auf aktuelle und kommende Fortschritte der Informationstechnik. Dabei wurden auch Einblicke in die Gebiete der Gesundheitssoftware, Robotik und Virtual Reality gewährt.

Elf Institute der Technischen Universität Braunschweig aus dem Bereich der Informationsverarbeitung stellten den Studenten interessante Projekte zur Verfügung und betreuten sie beim Prozess der Softwareentwicklung. Dieser Umfasst die genaue Planung, die Entwicklung sowie die Fertigstellung und Präsentation des Produktes. Zwischen 14 und 17 Uhr stellten über 130 Studenten in 20 Gruppen aus den Bereichen Informatik, Wirtschaftsinformatik und Informationssystemtechnik ihre Resultate vor. So haben die Teams des Peter L. Reichertz Instituts Software entwickelt, die patientenbezogene Sensordaten in ein einheitliches Format bringt und über eine Schnittstelle auf einen Server übertragen kann. Der zweite Teil bestand darin, diese Daten vom Server abzurufen und visuell darzustellen, damit eine medizinische Auswertung ermöglicht wird.

Ein weiteres spannendes Projekt hatte das Team der Abteilung Kommunikation und Multimedia des Instituts für Betriebssysteme und Rechnerverbund. Es wurde eine App programmiert die Zeugnisse auf ihre Echtheit prüft. Dabei wird das Zeugnis fotografiert, das Foto zu einem Hashwert umgewandelt und mit den Daten auf dem Server abgeglichen. Stimmt alles überein sind die Dokumente echt und nicht manipuliert worden. Durch dieses Projekt können physische Dokumente mit Hilfe von digitalen Signaturen schnell und einfach überprüft werden. Das Institut für Computergrafik beauftragte dieses Jahr die Studenten damit eine Anwendung zu realisieren, die eine Virtual Reality Brille mit einem effizienten Trackingalgorithmus und ein dazugehöriges Framework ausstattet. Diese Optimierungen sind unabdingbar, damit Benutzern der Brille die sogenannte Simulatorenkrankheit erspart bleibt. Diese Echtzeitanforderung wird zum Beispiel auch bei Fahrzeugsystemen und anderen sicherheitsrelevanten Programmen gestellt.

Eine geladene Fachjury aus Wirtschaft und Wissenschaft kürte am Ende die drei besten Projekte des Tages der jungen Softwareentwickler.

Platz 3: PAC–MEN die Auferstehung des Klassikers

Platz drei belegte das Team Pac-Men 1 des Instituts für Softwaretechnik und Fahrzeuginformatik.

Man kennt ihn den Klassiker aus dem Jahre 1980. Wer sich jetzt wünscht Pac-Man mit bis zu vier Spielern zu erleben, hat hier eine Antwort gefunden. Das Team dahinter hat das Spiel so aufbereitet, dass es viele neue Funktionen enthält, die dem Charme des Klassikers in nichts nachstehen. Was ist nun alles neu? Jeder Spieler kann eigene Karten, PowerUps sowie neue Spielmodi erstellen und teilen. Diese Modifikationen werden als Plug-In gespeichert und in das Spiel durch ein entsprechendes Framework eingebunden. Pac-Man ist also nun individuell erweiterbar und das Beste dabei ist, dass man Spaß mit bis zu drei Mitspielern hat. Während man also fleißig frisst und sich vor den Geistern hütet, muss man jetzt also auch noch seine Mitspieler im Auge behalten und schauen dass sie nicht zu Gegenspielern werden.

Platz 2: Labyrinth Games – Tourist oder Dieb?!

Platz zwei verdiente sich das Team des Bereiches Algorithmik des Instituts für Betriebssysteme und Rechnerverbund.

Grundprinzip dieses Spiels besteht darin durch ein generiertes Level zu navigieren. Dabei sollen aber bestimmt Punkte besucht werden. Als Tourist muss man es schaffen vom Reisebus aus alle Sehenswürdigkeiten und danach wieder den Bus zu erreichen. Der Dieb möchte zur Bank und dann natürlich sicher zum Fluchtauto, ohne dabei von Überwachungskameras gesehen zu werden. Als Spieler gibt man seiner Figur nun eine Reihenfolge der zu besuchenden Punkte vor. Das dahinter liegende Problem ist auch als Traveling Sales Man (Reisender Handelsmann) bekannt. Damit war ursprünglich ein optimaler Weg gemeint, der eine Person oder auch ein Objekt alle Punkte erreichen lässt und dabei noch bestimmte Bedingungen erfüllt. Das knifflige an den Labyrinth Games besteht in der Bedingung, dass eine Figur nur dann zum nächsten Ziel gelangen kann wenn es auch in Sichtweite liegt. Also sollte man gut überlegen und hinschauen bevor man voreilig neue Wege gehen möchte. Also ist Labyrinth Games ein perfektes Spiel für zwischendurch, wenn man Gehirnjogging nicht ganz abgeneigt ist. Sollten einem die Level zu einfach sein oder man hat einfach Lust dazu, erstellt man selber neue Karten und Szenarien.

Platz 1: SQL–Alchemist

Platz eins den ersten Platz verlieh die Jury dem Team des Instituts für Informationssysteme.

Das Lernen keinen Spaß macht wird oft gesagt, damit ist nun aber Schluss. SQL-Alchemist vermittelt spielerisch Wissen aus dem Bereich der Datenbanksprachen. Man startet als Zauberer auf der Suche nach Nicolas Flamel. Als dieser nicht da ist, macht man sich auf den Weg um ihn zu finden. So beginnt eine Reise, die dem alt bekannten Jump'n'Run à la Mario nachempfunden ist. Der Clou besteht darin dass man ohne die Verwendung von SQL-Statements nicht durch die Levels kommt. Also muss man, um bei diesem aufwendigen Spiel zu bestehen und weiterzukommen sein Wissen um diese Sprache benutzen und trainieren. Technisch wurden in die Spieloberfläche Datenbankabfragen in SQL realisiert. Die Webanwendung greift danach auf einen Backend-Server zu, um die eingehenden Daten zu verarbeiten und auszuwerten. Dieser Server stellt zudem neue Aufgaben für die Spieler sowie die Benutzerverwaltung zur Verfügung. Hinzu kommen Funktionen wie Profile, globale Statistiken, Vollvertonung, Synchronisation, versteckte Details, wie ein verborgenes Level und die Ungebundenheit des Spielortes. Die Integration in das Hausaufgabenabgabesystem und die Wiederverwendbarkeit mit anderen Sprachpaketen zeigen den hohen Nutzen dieses Projektes auf. SQL-Alchemist sieht gut aus und spielt sich auch so. Das Gameplay, die Funktionalität und der Nutzen für die Studenten sichern ihm zurecht den ersten Platz und damit auch dem größten der drei Pokale.

Tim Wesemeyer, Bilder David Wille und Tim Wesemeyer



  aktualisiert am 16.06.2015
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