TU BRAUNSCHWEIG

Best Paper Award für Forschung zur Reduzierung von Variabilität in großen Unternehmensarchitekturen

Das Institut für Softwaretechnik und Fahrzeuginformatik (ISF) wurde auf der International Conference on Computer Science and Software Engineering (CASCON) vom 29. – 31. Oktober 2018 in Toronto für das Papier Reducing Variability of Technically Related Software Systems in Large-Scale IT Landscapes mit dem Best Paper Award ausgezeichnet. Die Konferenz wird ausgerichtet vom IBM Center for Advanced Studies Canada Laboratory und stellt eine Plattform für den wissenschaftlichen Austausch zwischen akademischer Forschung und industriellen Experten dar.

Die Forschung der Autoren Kenny Wehling, David Wille, Dr. Christoph Seidl und Prof. Dr. Ina Schaefer beschäftigt sich im Rahmen einer Kooperation mit der Volkswagen AG mit der Reduzierung von Variabilität in großen Unternehmensarchitekturen. Kernziel ist zunächst die Variabilität in existierenden Softwaresystemen zu identifizieren, was in großen Unternehmen bedeutet die Struktur von zum Teil tausenden großen Softwaresystemen zu analysieren. Dies kann man sich im Grunde vorstellen, als ob man tausende Haufen unterschiedlicher kleiner Schrauben sortiert und die Haufen miteinander vergleicht. Dabei stellt jede Sorte von Schrauben eine der im System eingesetzten Technologien dar und unterschiedliche miteinander verwandte Teile (z.B. Kreuzschlitzschrauben in unterschiedlichen Größen) beschreiben die Variabilität dieser Technologien zwischen den Systemen.

Aufbauend auf der Information über die existierende Variabilität können im Anschluss Empfehlungen zur Restrukturierung und Reduzierung dieser Variabilität durchgeführt werden. Ziel kann es zum Beispiel sein die Lizenzkosten für das Unternehmen durch Abschaltung/Ersetzung nicht benötigter Technologien zu reduzieren. Übertragen auf das Beispiel mit den Schrauben wird zum Beispiel analysiert, ob wirklich 10 verschiedene Größen von Kreuzschlitzschrauben benötigt werden oder ob man unter Umständen auch mit vier verschiedenen Größen auskommt und damit Kosten durch die reduzierte Diversität (d.h. die reduzierte Zahl an nötigen Lizenzen) sparen kann. Dabei analysiert der Ansatz der Autoren nicht nur welche Technologien unter Umständen ersetzt werden können, sondern auch die technische Machbarkeit (d.h. ob zum Beispiel eine 4er Schraube auch in den analysierten Fällen durch eine 6er Schraube ersetzt werden kann).

Die Arbeit der Autoren stellt einen für die Industrie äußerst relevanten Ansatz dar, da viele Unternehmen sich durch ändernde Anforderungen an ihre Systeme (z.B. durch die steigende Vernetzung von Softwaresystemen aufgrund der wachsenden Digitalisierung) mit großen Herausforderungen bzgl. der Restrukturierung von Systemen aber auch ihrer Kosten konfrontiert sehen. Entsprechend erkennt die Auszeichnung des Papiers die erfolgreichen Bemühungen der Autoren zur Unterstützung von Unternehmen bei der Lösung dieser Herausforderungen an.



  last changed 03.12.2018
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