Vorgeschichte

Das Bezirksamt Hamburg-Wandsbek führte Anfang 1994 für den östlichen Teil des Baugebietes "Karlshöhe" in Hamburg-Bramfeld einen kombinierten Architekten- und Bauträgerwettbewerb durch. Innerhalb der Vorgaben durch den Bebauungsplan sollen preiswerte Haustypen entstehen, die dennoch den Anforderungen einer solaren Nahwärmeversorgung entsprechen. In einer Anlage der Wettbewerbsunterlagen werden die technischen Vorgaben der Kollektorflächen verankert. Weiterhin wird festgelegt, dass die Kollektorflächen im Besitz des Betreibers bleiben.

Übersichtsplan
Bildnachweis: Anna Borgmann/Alle Rechte bei der TU-Braunschweig

Abbildung 1: Übersichtsplan

Die drei Preisträger-Teams des Wettbewerbs dürfen die Teilflächen eins bis drei bebauen, die Teilfläche vier wird zur Realisierung einer ökologischen Siedlung an eine Siedlungsgemeinschaft vergeben. Auf Teilfläche fünf entsteht durch private Bauherrn eine Gartenhofsiedlung, die an die Nahwärmeversorgung angeschlossen ist, auf deren Dächern jedoch keine Kollektoren installiert sind (siehe Abbildung 1 und Tabelle 1). Insgesamt umfasst die komplette Siedlung 124 Reihenhäuser mit insgesamt 14.800 m² Wohnfläche. Im Mittel sind das ca. 120 m² Wohnfläche pro Reihenhaus. Die Gebäude sind nach der für Hamburg geltenden Landesordnung von 1992 wärmegedämmt, bezogen auf die Wohnfläche beträgt der Jahres-Heizwärmebedarf ca. 70 kWh/(m²a).

Tabelle 1: Übersicht über die Bebauungsflächen mit den Bauträgern und Architekten

Teilflächen 1a und 1b
Bauträger: Fa. Kunze, Stade
Architekt: H. Philippi, Hamburg


Teilfläche 2
Bauträger: Fa. Voigt + Ohler, Hamburg
Architekt: J. Lupp, Hamburg


Teilfläche 3
Bauträger: Fa. Quartett Haus, Hamburg
Architekt: V. Sonnenschein, Hamburg


Teilfläche 4
Bauträger: Ökologische Siedlung (private Bauherrn)
Architekt: G. zur Nieden, Lübeck


Teilfläche 5

Bauträger: private Bauherrn
Gartenhofsiedlung

Der Bau erfolgte in zwei Bauabschnitten. Der erste Abschnitt mit 2 047 m² Kollektorfläche ging mit Beginn der Heizperiode 1996/97 in Betrieb. Der zweite Bauabschnitt, die ökologische Siedlung Bramwisch, mit 873 m² Kollektorfläche erfolgt Anfang 1999. Das Wärmeverteilnetz wird abschnittsweise gebaut, entsprechend dem Baufortschritt der Wohnhäuser.

Das Konzept und die Vorplanung der solarunterstützten Nahwärmeversorgung ist vom ITW der Universität Stuttgart, im Rahmen eines vom BMBF geförderten Vorhabens entwickelt und später während des Baus, der Inbetriebnahme sowie des ersten Betriebsjahres wissenschaftlich betreut worden. Den Bau der Nahwärmeversorgung haben die Hamburger Gaswerke (HGW) übernommen. In den Händen ihres Tochterunternehmens, der Hamburger Gas Consult (HGC), lag die Projektsteuerung sowie die Ausführungsplanung für die Heizzentrale und das Wärmeverteilnetz. Der Betreiber der Gesamtanlage, d.h. Wärmeerzeugung inklusive Solaranlage, Verteilung einschließlich Hausübergabestation, ist die NEA, Hamburg (Norddeutsche Energieagentur für Industrie und Gewerbe GmbH).

Seit 2001 betreut das IGS der TU Braunschweig die Anlage.

Luftbild Bau der Anlage
Bildnachweis: Anna Borgmann/Alle Rechte bei der TU-Braunschweig

Abbildung 2: Bau der Anlage