Messergebnisse

Die Messdatenerfassung in Hamburg-Bramfeld ist seit Betriebsbeginn 1996 störanfällig. Zur Bilanzierung der Wärmeströme werden fehlende Messdaten soweit wie möglich ergänzt. Die Messdatenauswertung kann aufgrund der während der Laufzeit der Messdatenerfassung zunehmenden Datenlücken nur bis Ende 1999 mit für wissenschaftliche Zwecke ausreichender Genauigkeit durchgeführt werden.

Ende 2001 erhielt das Wärmenetz eine Rücklaufbeimischung zur verbesserten Regelung der Netzvorlauftemperatur. Im gleichen Zuge wurde eine moderne DDC-Regelung eingebaut und das Regelungskonzept aktualisiert. Im Zuge der Ausführung der Optimierungsmaßnahmen wird auch die Messtechnik erneuert, so dass gegen Ende 2002 die Messdatenerfassung wieder weitgehend fehlerfrei funktioniert.

Messergebnisse
Bildnachweis: Anna Borgmann/Alle Rechte bei der TU-Braunschweig

Abbildung 1: Wärmebilanz 2002 - 2008

Die Wärmebilanzen der Jahre 2002 bis 2008 sind in Abbildung 1 zusammengestellt. Nach Austausch des Solar-Wärmeübertragers Ende 2002 liefern die Kollektoren eine merklich höhere Wärmemenge. Der Großteil der solaren Wärme wird in den Langzeit-Wärmespeicher eingespeist, lediglich etwa 13% werden direkt für die Vorwärmung des Netzrücklaufs genutzt. Dem Wärmespeicher können rund 50% der Wärmemenge für die Netzvorwärmung wieder entnommen werden. Die andere Hälfte bleibt als Wärmeverlust von Wärmespeicher und Speicher-Anschlussleitungen zu verzeichnen. Damit liegt der angestrebte Verlustwert um das 4-fache höher als der in der Auslegungssimulation berechnete Wert von 95 MWh/a [ITW, Universität Stuttgart]. Der solare Deckungsanteil erreichte mit knapp 30% im strahlungsreichen Jahr 2003 sein Maximum. Die in das Nahwärmenetz der Siedlung eingespeiste Wärmemenge beträgt etwa 1900 MWh pro Jahr. Sie liegt im Wesentlichen aufgrund der in vielen Reihenhäusern erfolgten Ausbauten im Keller- bzw. Dachgeschoss über dem Planwert von rund 1600 MWh/a [ITW, Universität Stuttgart]. Abbildung 2 zeigt den Temperaturverlauf im Speicher auf verschiedenen Höhenniveaus.

Speichertemperaturen
Bildnachweis: Anna Borgmann/Alle Rechte bei der TU-Braunschweig

Abbildung 2: Speichertemperaturen 2002 - 2008