TU BRAUNSCHWEIG

Pflege

Bei dem Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Studium“ denken wir als Erstes nach wie vor an Kinderbetreuung. Das Thema Betreuung und Pflege von Angehörigen wird häufig gemieden, gewinnt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung jedoch zunehmend an Bedeutung. Pflegebedürftigkeit tritt oft unerwartet und plötzlich oder durch einen schleichenden Prozess ein.
Die Angehörigen werden vor die besondere Herausforderung gestellt, plötzlich Pflege und Beruf bzw. Studium miteinander zu vereinbaren.
Dies ist nicht selten mit einer hohen psychischen und physischen Belastung für die Pflegenden verbunden.
Mit den nachfolgenden Informationen möchten wir Ihnen einen Einstieg ins Thema geben und – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – über Möglichkeiten der Freistellung und Unterstützungsangebote in und außerhalb der TU Braunschweig informieren. 

Hinweis: Diese Seite erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Des Weiteren können sich gesetzliche Regelungen und Dienstvereinbarungen ändern; rechtsverbindliche Auskünfte sind daher nur von den zuständigen Fachbehörden bzw. Fachabteilungen der TU Braunschweig möglich.

» Regelungen für Studierende der TU Braunschweig

Studierende der TU Braunschweig mit Betreuungs- und Pflegeaufgaben eines nachweislich pflegebedürftigen Angehörigen

… sind von der Erhebung der Studienbeiträge ausgenommen (§ 11 Abs. 4, Satz 1 Nr. 2 NHG)

… können sich auf schriftlichen Antrag insgesamt für bis zu 4 volle Semester beurlauben lassen (§ 9 Abs. 1 und 2 Nr. 2 IOrd der TU Braunschweig)

… haben bei Eignung des Studiengangs die Möglichkeit ein Teilzeitstudium zu absolvieren (§ 19 Abs. 2 NHG, sowie § 1 Abs. 3 a) Anlage VI zur IOrd der TU Braunschweig)

Genauere Informationen zu den Studienbeiträgen, zur Beurlaubung oder zum Teilzeitstudium im Immatrikulationsamt der TU Braunschweig sowie unter:

https://www.tu-braunschweig.de/i-amt/download

Links:

Niedersächsisches Hochschulgesetz (NHG)
http://www.nds-voris.de/jportal/portal/page/bsvorisprod.psml

Immatrikulationsordnung der TU Braunschweig sowie die Regelung des Teilzeitstudiums
https://www.tu-braunschweig.de/Medien-DB/abt14/immatrikulationsordnung_100208.pdf

» Regelungen für Tarifbeschäftigte der TU Braunschweig

Tarifbeschäftigte der TU Braunschweig, die einen nachweislich pflegebedürftigen Angehörigen betreuen und pflegen

… können im Akutfall bis zu 10 Arbeitstage der Arbeit fernbleiben. Die voraussichtliche Dauer der Verhinderung ist dem Arbeitgeber unverzüglich - am Besten schriftlich - mitzuteilen. Auf Verlangen des Arbeitgebers muss eine ärztliche Bescheinigung, die die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen bestätigt, vorgelegt werden. Während dieser kurzeitigen Auszeit besteht Anspruch auf eine Lohnersatzleistung von 90% des wegfallenden Nettolohns. Dieses Pflegeunterstützungsgeld kann bei der Pflegeversicherung des pflegebedürftigen Angehörigen beantragt werden (§ 2 PflegeZG sowie § 44a Absatz 3 des Elften Buches Sozialgesetzbuch). Während dieser Zeit besteht ein Sonderkündigungsschutz § 5 PflegeZG).

… haben einen Anspruch auf Pflegezeit und können sich unter Verzicht auf die Fortzahlung des Entgelts für bis zu sechs Monate ganz oder teilweise freistellen lassen. Sofern es sich bei der pflegebedürftigen Person nicht um eine/n minderjärige/n Angehörige/n handelt, muss die Pflege in häuslicher Umgebung übernommen werden. Die voraussichtliche Pflegezeit muss spätestens zehn Arbeitstage im Voraus schriftlich mit Angabe des Zeitraums und des Umfangs der Freistellung angekündigt werden. Die Pfelegebedürftigkeit des nahen Angehörigen muss durch eine Bescheinigung nachgewiesen werden (§3 PflegeZG). Während dieser Zeit besteht ein Sonderkündigungsschutz (§ 5 PflegeZG) und der Anspruch auf ein zinsloses Darlehen (§ 3 FPfZG).

... können bis zu 24 Monate lang ihre Arbeitszeit auf mindestens 15 Stunden pro Woche reduzieren, um Menschen in häuslicher Umgebung zu pflegen, die ihnen nahe stehen (Familienpflegezeit). Bei minderjährigen Pflegebedürftigen ist auch eine außerhäusliche Pflege zulässig (§ 2 FPfZG).

... haben Anspruch darauf, sich drei Monate ganz oder teilweise freistellen zu lassen, auch wenn die Betreuung des pflegebedürftigen Angehörigen außerhäuslich (z. B. in einem Hospiz) stattfindet, sofern der/die Pflegebedürfige sich nachweislich in seiner/ihrer letzten Lebensphase befindet (§3 PflegeZG).

… können ihre Arbeitszeit auf Antrag reduzieren und in Teilzeit arbeiten, sofern dringliche dienstliche Belange nicht entgegenstehen (§11 Abs. 1 Satz 1 b) TV-L, sowie §3 PflegeZG).

… haben bei Eignung ihrer Tätigkeit die Möglichkeit sich um Alternierende Telearbeit zu bewerben (Dienstvereinbarung Nr. 31 gem. §§78 und 81 NPersVG).

Ansprechpersonen:

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre/n zuständige/n Sachbearbeiter/in in der Personalabteilung (http://www.tu-braunschweig.de/abt12) bzw. auch an Ihre/n Vorgesetzte/n.

Links:

Pflegezeitgesetz
http://www.gesetze-im-internet.de/pflegezg/index.html#BJNR089600008BJNE000301119

Familienpflegezeitgesetz
http://www.gesetze-im-internet.de/fpfzg/index.html#BJNR256410011BJNE000301119

Alternierende Telearbeit:
https://www.tu-braunschweig.de/gleichstellung/angebote/projekte/familienbuero/familie/telearbeit

 

» Regelungen für Beamtinnen und Beamte der TU Braunschweig

Beamtinnen und Beamte der TU Braunschweig, die die Betreuung und Pflege eines nachweislich pflegebedürftigen Angehörigen übernehmen

… können auf Antrag im Kalenderjahr 1 Arbeitstag, in besonderen Einzelfällen insgesamt bis zu 10 Arbeitstage unter Fortzahlung der Dienstbezüge Sonderurlaubnehmen; ohne Dienstbezüge bis zur Dauer von insgesamt 6 Jahren (§9a Absatz 1 Nr. 1 und Absatz 2, Satz 2 Nds. SUrlVO, sowie §§62 Abs. 1 Nr. 2 und 64 NBG)

… haben die Möglichkeit eine Teilzeitbeschäftigung mit mind. einem Viertel der Arbeitszeit zu beantragen, wenn zwingende dienstliche Belange nicht entgegenstehen (NBG §62 Abs. 1 Nr. 1)

Ansprechpersonen:

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre/n zuständige/n Sachbearbeiter/in in der Personalabteilung (http://www.tu-braunschweig.de/abt12) bzw. auch an Ihre/n Vorgesetzte/n.

Link:

Niedersächsische Sonderurlaubsverordnung und Niedersächsisches Beamtengesetz:
http://www.nds-voris.de/jportal/portal/page/bsvorisprod.psml

» Angebote der Stadt Braunschweig

Der Pflegestützpunkt ist eine zentrale Anlaufstelle, in der sich pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige zu allen Fragen rund um das Thema Pflege beraten lassen können. Der Pflegestützpunkt baut auf die Erfahrungen und Strukturen des Seniorenbüros auf. Beide Einrichtungen bieten Ihnen u. a. Informationen über die Leistungen der Pflege- und Krankenkassen, die örtlichen Pflegedienste und -heime, die ehrenamtlichen Angebote, Tages- und Kurzzeitpflege, Betreutes Wohnen und Seniorenwohnungen sowie über die Finanzierungsmöglichkeiten.


Pflegestützpunkt
Kleine Burg 14
38100 Braunschweig
Tel.: 0531 470-3342
E-Mail: pflegestuetzpunkt@braunschweig.de

Fachbereich Soziales und Gesundheit
- Seniorenbüro -
Kleine Burg 14
38100 Braunschweig
Tel.: 0531 470-3385
E-Mail: seniorenbuero@braunschweig.de

Darüber hinaus gibt es in den Stadtteilen weitere Pflegedienste, die z. B. Hilfe bei der Antragstellung und der Durchsetzung von gesetzlichen Ansprüchen anbieten. Auch stehen Ihnen erfahrende Fachkräfte des Pflege- Notruftelefons Niedersachsen beratend und unterstützend unter der landesweiten Servicenummer 0180 2000 872 zur Seite.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.braunschweig.de/pflege

Des Weiteren bieten auch die Pflegekassen eine Pflegeberatung für ihre Versicherten an.

Unsere Informationsflyer "Notfallkarte für einen plötzlichen Pflegefall" und "Freistellungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige" befinden sich derzeit in der Überarbeitung.

Mit der Notfallmappe können Sie sich für den Fall eines eintretenden Kranken- oder Pflegefalls gut vorbereiten und haben alle notwendigen und hilfreichen Dokumente griffbereit.


  aktualisiert am 15.01.2016
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