TU BRAUNSCHWEIG

                                  Schulische Projektarbeit mit Studierenden

                                              Donnerstag, 21. Januar 2016,
                                      Roswitha-Gymnasium Bad Gandersheim,
                                      in Kooperation mit StR Stefan Winzinger

 

Die Tagung ‚Ambivalenzen des Geistlichen Spiels‘ bietet einen sehr guten Anlass, das Theater des Mittelalters Schülerinnen und Schülern vorzustellen. Die Beschäftigung mit mittelalterlicher Literatur gehört in Nieder­sachsen zwar nicht mehr zu den verbindlichen Unterrichtsinhalten, doch bieten die Dramen eine interessante Vergleichsgröße, um die Besonderheiten des modernen Theaters zu erkennen.

Gerade für die Schülerinnen und Schüler des Roswitha-Gymnasiums in Bad Gandersheim ist die Auseinandersetzung mit den Werken ihrer Namensgeberin von Interesse. Im Vorfeld der Tagung besuchen die Projektleiter den von StR Stefan Winzinger geleiteten Deutsch-Kurs der gymnasialen Oberstufe, um Grundkenntnisse des mittelalterlichen Theaters zu vermitteln. Dabei werden sie von Studierenden der TU Braunschweig begleitet, die im Wintersemester 2015/2016 an dem germanistischen Hauptseminar ‚Geistliche Spiele‘ teilnehmen.

Ziele des Schulprojekts sind, einerseits Schülerinnen und Schüler in das Geistliche Spiel des Mittelalter einzuführen und ihnen das vormoderne Massenmedium mit seinen vielfältigen Funktionen erfahrbar zu machen, andererseits Lehramtsstudierende zu einem schuldidaktischen Transfer mediävistischer Forschungsinhalte anzuleiten.

Nähere Informationen zum Roswitha-Gymnasium in Bad Gandersheim finden Sie hier.


 

Programm des Schulprojekts

A) Einführung

9.15 Uhr     Vorstellung und Begrüßung

9.30 Uhr     Vorwissen und Erwartungen der Schülerinnen und Schüler

9.45 Uhr     Vortrag zu geistlichen Spielen und zum mittelalterlichen Theater

10.10 Uhr   Verknüpfung der vermittelten Informationen mit vorhandenem Vorwissen

B) Textarbeit und darstellendes Spiel

Erarbeitung ausgewählter Szenen geistlicher Spiele in drei Gruppen

a)      Die Verkündigung der Geburt Jesu im ‚Hessischen Weihnachtsspiel‘

b)      Die Kreuzigung Jesu im ‚Frankfurter Passionsspiel‘

c)       Die Höllenfahrt Christi im ‚Redentiner Osterspiel‘

10.30 Uhr   Textlektüre, Vergleich mit der biblischen Vorlage und Verständnissicherung

11.30 Uhr   Inszenierung der Szenen als Standbild

12.00 Uhr   Präsentation und Interpretation der Standbilder im Plenum

13.00 Uhr Mittagspause

C) Projektvorstellungen mit Diskussion

14.00 Uhr   Eine moderne Aufführung des ‚Redentiner Osterspiels‘

14.30 Uhr   Die App ‚Frankfurt im Mittelalter. Auf den Spuren des Passionsspiels von 1492‘

15.00 Uhr   Die Tagung ‚Ambivalenzen des geistlichen Spiels‘ in Bad Gandersheim

D) Fazit

15.15 Uhr   Ergebnissicherung und Feedback


 
 Luzifer bewacht die Pforten der Hölle



Kreuzigung Jesu mit zechenden Folterknechten

Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler zum Schulprojekt

Mir haben besonders gut die verschiedenen Möglichkeiten gefallen, mit welchen uns das neue Wissen beigebracht wurde. Ich habe mir die Thematik ziemlich anders vorgestellt, vor allem, dass es mehr mit historischen Zeitdaten zu tun hat. Auch gut gefallen hat mir die Möglichkeit, sich das Thema auszusuchen, an welchem man das meiste Interesse hatte und dieses mit den anderen Klassenkameraden zu teilen. Auch die Herangehensweise mit dem altdeutschen Text, welchen man erst einmal verstehen musste, war eine gute Idee. Dadurch war die Eigeninitiative sowie die Kreativität gefordert.


Zunächst möchte ich sagen, dass ich, als ich das erste Mal am heutigen Tage gehört habe, worum es geht, gedacht habe, dass es mich nicht wirklich interessiert. Als ich jedoch bemerkte, dass ich selbst viel Wissen mit einbringen konnte, hat sich dies geändert. Vor allem war gut, dass das Mittelalter durch den Einfluss der Kirche interessanter ist. Ich bin nämlich religiös interessiert, deswegen haben mir die Standbilder, die wir vorführten, gut gefallen.


Da ich mich sehr für Theater interessiere, fand ich das Thema sehr spannend. Ich habe viel über geistliche Spiele im Mittelalter erfahren, wie zum Beispiel das Passionsspiel. Jetzt habe ich eine Vorstellung davon, wie solche Spiele im Mittelalter ausgesehen haben, vor allem, dass sie meist auch sehr religiös waren. Dies war mir zuvor nicht bewusst und deswegen war ich von dem Filmausschnitt auch fasziniert. Ich hätte gern noch mehr über die Spiele an sich erfahren.

Weitere Rückmeldungen finden Sie hier.


Textanalyse in Gruppenarbeit

Den Projektbericht einer Studentin zum mittelalterlichen Theater und darstellendem Spiel in der Schule finden Sie hier.



  aktualisiert am 12.04.2016
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