TU BRAUNSCHWEIG

Rosie träumt

Donnerstag, 17. März, 20.00 Uhr
Klosterkirche Brunshausen

Vor über tausend Jahren verfasste die Gandersheimer Kanonisse Hrotsvit von Gandersheim zahlreiche kurze Dramen, geistliche Schriften und historische Dichtungen und wird deshalb immer wieder als „erste deutsche Dichterin“ bezeichnet. Über die Jahrhunderte hinweg wurde sie für ihre außergewöhnlichen Werke unter anderem als „subversive Feministin“, „seltener Vogel“, oder „bigotte Nonne“ bezeichnet, Johann Christoph Gottsched sah sie gar als „die einzige witzige und geistreiche Person in Europa“ zu ihrer Zeit.

       

Im Rahmen der internationalen Tagung „Ambivalenzen des geistlichen Spiels“ richtet der Intendant der Gandersheimer Domfestspiele, Christian Doll, nun eine Szenische Lesung der wohl außergewöhnlichsten und unverfrorensten Hommage an Roswitha von Gandersheim ein: das Lustspiel „Rosie träumt“ des DDR-Schriftstellers Peter Hacks. Die Premiere am Donnerstag, 17. März um 20 Uhr in der Klosterkirche Brunshausen ist aus Platzgründen den Mediävistik-Kongressteilnehmern vorbehalten. Eine öffentliche Vorstellung findet jedoch am Montag, 4. Juli, im Rahmenprogramm der 58. Gandersheimer Domfestspiele statt. Karten dafür sind bereits jetzt in der Kartenzentrale der Gandersheimer Domfestspiele erhältlich.

„Als ich das Stück im letzten Jahr zusammen mit meinem Dramaturgen zum ersten Mal gelesen habe, mussten wir immer wieder unterbrechen, weil wir so lachen mussten“, erzählt Christian Doll. „Die Lektüre war unglaublich unterhaltsam, und das Merkwürdige für mich war, dass ich durch die Form, in der Peter Hacks mit den Stoffen von Roswitha von Gandersheim umgeht, das Gefühl hatte, ihr zum ersten Mal nahe zu kommen.“ Auf äußerst lustvolle Art und Weise erweckt Hacks in seinem Lustspiel die Dramen Roswithas von Gandersheim zu neuem Leben. Geschickt verknüpft er die wichtigsten Elemente aus ihren Stücken zu einem einzigen Handlungsgeflecht und lässt Roswitha selbst als Hauptfigur darin auftreten. Dies führt zu teilweise völlig irrwitzigen Szenen, die in ihrer Form eher an die Sketche und Filme der Komikergruppe Monty Python erinnern als an die Originaldramen von Hrotsvit.

 

   Christian Doll (Foto: Gela Megrelidze)

                                

Alice Hanimyan (Foto: Gela Megrelidze)

Aber gerade der distanzierte und ironisierende Weg, den Peter Hacks beschreitet, schafft es, Lust auf die heute eher kryptisch und weltfremd wirkenden Texte der mittelalterlichen Schriftstellerin zu machen. In diesem Sinne ist „Rosie träumt“ eine große Hommage an die erste deutsche Dichterin, bis heute eine omnipräsente Gestalt in der Kur-, Festspiel- und Roswithastadt Bad Gandersheim.Festspielintendant Christian Doll richtet das Lustspiel als Szenische Lesung auf der Empore der Klosterkirche Brunshausen ein, in der das Museum Portal zur Geschichte seine Ausstellung präsentiert. Mit Gunter Heun, Tabea Scholz, Alice Hanimyan, Christian Ewald und Fehmi Göklu lesen und spielen fünf Mitglieder des Festspielensembles der kommenden Spielzeit bei den Gandersheimer Domfestspielen.

Die Rolle der Roswitha von Gandersheim übernimmt Alice Hanimyan, bekannt für ihre Rollen als Ronja in „Ronja Räubertochter“ und Celia in „Wie es euch gefällt“ in den vergangenen Jahren vor der Stiftskirche. In diesem Jahr wird sie unter anderem als Warja in Anton Tschechows Komödie „Der Kirschgarten“ zu sehen sein.


(Fotos: Wiebke Ohlendorf)

Kontakt:
Pressesprecher Florian Götz
Gandersheimer Domfestspiele gemeinnützige GmbH
Stiftsfreiheit 13
37581 Bad Gandersheim
Telefon: 0152 31071394
E-Mail: presse@gandersheimer-domfestspiele.de
Internet: http://www.gandersheimer-domfestspiele.de


  aktualisiert am 22.03.2016
TU_Icon_E_Mail_1_17x17_RGB Zum Seitenanfang