TU BRAUNSCHWEIG

Forschungstag 2017

Am 22. November 2017 fand der 8. Forschungstag des Niedersächsischen Forschungszentrums für Luftfahrt in Braunschweig statt. Rund 100 Expertinnen und Experten diskutierten in diesem Jahr über nachhaltigen und energieeffizienten Luftverkehr.

Um einen energieeffizienten Luftverkehr zu gewährleisten, müssen neben Elektro-Hybridsystemen im Kurzstreckenbereich auch hochdichte, synthetische Energiespeicher und entsprechende Antriebskonzepte für den Langstreckenbereich gefunden werden. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass sich diese in das Luftverkehrssystem integrieren lassen und damit den Zertifizierungsverfahren und langen Produktlebenszyklen gerecht werden. Entsprechende Grundlagen und Technologieansätze gilt es, im Rahmen der NFL Forschung für nachhaltige und energieeffiziente Luftfahrtsysteme aufzuzeigen und zu bewerten.

Prof. Mirko Hornung, wissenschaftlicher Vorstand des Bauhaus Luftfahrt e.V. und Leiter des Lehrstuhles für Luftfahrtsysteme der TU München, präsentierte in seinem Vortrag Energieoptionen für die Luftfahrt 2050. Im zweiten Vortrag des Forschungstages zeigte Prof. Arno Kwade der TU Braunschweig Chancen und Grenzen von Batterien für das elektrische Fliegen auf. Kwade berichtete ebenfalls über die herausragenden Möglichkeiten der Batterieforschung an der TU Braunschweig. Abschließend berichtet Dr. Nils Beck vom EWL Team der TU Braunschweig über die Herausforderungen und Lösungsansätze für die Energiewende in der Luftfahrt.

 

In Gedenken an zwei herausragende Persönlichkeiten der Luftfahrtforschung in Braunschweig wurden auch in diesem Jahr der Hermann-Blenk-Forscherpreis und die Karl-Doetsch-Nachwuchspreise, für zukunftsweisende Forschungsergebnisse, sowie herausragende Studien- und Abschlussarbeiten aus dem Bereich des effizienten, sicheren und umweltfreundlichen Luftverkehrs, verliehen.

Hermann-Blenk-Forscherpreis für Dr.-Ing. André Bauknecht

Ein neues optisches Messverfahren für Hubschrauberrotoren entwickelte André Bauknecht vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt in Göttingen im Rahmen seiner Doktorarbeit. Betreut wurde er dabei am Institut für Turbo- und Fluiddynamik der Leibniz Universität Hannover. Seine Experimente führte er unter anderem am DLR-Standort in Braunschweig durch. Die Fachjury sieht in der Forschungsleistung von André Bauknecht das Potenzial für ein neues Standardmessverfahren, das den Entwurf zukünftiger Hubschrauberrotoren nachhaltig beeinflussen kann. Im Gegensatz zu bereits bekannten Verfahren können die Messungen ohne zusätzliche Sensoren im Flugversuch und sogar im Manöverflug durchgeführt werden. André Bauknecht wurde mit seiner Arbeit „Characterization of blade tip vortices on large-scale rotors “ im Jahr 2016 mit Auszeichnung zum Doktoringenieur promoviert und studierte zuvor Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart.

 Karl-Doetsch-Nachwuchspreis für Sebastian Giersch

Einen Beitrag zur besseren Pilotenausbildung und Flugsicherheit leistete Sebastian Giersch vom Institut für Meteorologie und Klimatologie der Leibniz Universität Hannover. Giersch ist es im Rahmen seiner Masterarbeit gelungen, realistische turbulente atmosphärische Windfelder in einen komplexen Flugsimulator einzuspeisen. Damit konnte er nachweisen, dass dies beispielsweise bei der Simulation des Landeanfluges einen erheblichen Einfluss auf das Flugverhalten im Simulator hat. Sebastian Giersch studierte von 2014 bis 2017 Meteorologie an der Leibniz Universität in Hannover.

Karl-Doetsch-Nachwuchspreis für Philip Ströer

Mit der Simulation von turbulenter Scherströmungen beschäftigte sich Philip Ströer vom Institut für Aerodynamik und Strömungsmechanik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig. Ströer untersuchte die numerische Auflösung turbulenter Schwankungsbewegung und die zur Berechnung gehörigen mathematischen Modelle der Turbulenz. Philip Ströer studierte von 2011 bis 2017 Maschinenbau an der Leibniz Universität Hannover.

Karl-Doetsch-Nachwuchspreis für Torben Glindemann

Mit der Untersuchung von neuen fachwerkbasierten Bauweisen im Bereich der Faserverbundwerkstoffe beschäftigte sich Torben Glindemann am Institut für Adaptronik und Funktionsintegration der Technischen Universität Braunschweig. Glindemann entwickelte ein automatisierter Ablageprozess für faserverstärkte Interfacelagen und erprobte diesen in einer prototypischen Ablagevorrichtung. Von 2011 bis 2017 studierte er Maschinenbau an der TU Braunschweig.

Karl-Doetsch-Nachwuchspreis für Alexander Peuker

Eine flexible Messanlage entwickelte und baute Alexander Peuker vom Institut für Flugführung der TU Braunschweig. Sein Demonstrator ermöglicht es, analoge Messsignale verschiedener Instrumente aufzunehmen und digital zu verarbeiten. Dies ist vor allem für die Flugmesstechnik und im Flugversuch wichtig, wo das parallele Erfassen verschiedener physikalischer Messgrößen eine zentrale Rolle spielt. Peuker studierte von 2008 bis 2016 Maschinenbau sowie Luft- und Raumfahrttechnik an der TU Braunschweig.

 

Das NFL bedankt sich für die finanzielle Unterstützung der Forschungspreise durch die Spender und Sposoren. Die Preisverleihung wurde durch die Sponsoren und Spender Aerodata AG, Airbus Operations GmbH, Forschungsflughafen Braunschweig GmbH, Ingenieurbüro Dr. Hillger und Invent GmbH möglich gemacht.


Hier finden Sie die Einladungskarte sowie Informationen zum Vortragsprogramm.

Einladungskarte/Vortragsprogramm


  aktualisiert am 05.12.2017
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