TU BRAUNSCHWEIG

Am  22. Januar 2010 verlieh die Carl-Friedrich-Gauß-Fakultät der Technischen Universität Braunschweig Grad und Würde eines Doktors der Ingenieurwissenschaften ehrenhalber  (Dr.-Ing. E.h.) an den Karlsruher Informatiker Prof. Dr.-Ing. Roland Vollmar.

Roland Vollmar hat sich große Verdienste um die Informatik in Braunschweig, in Deutschland und international erworben.

Er war einer der Pioniere beim Aufbau des Faches Informatik an der Technischen Universität Braunschweig.  In seinem Arbeitsgebiet, der Theorie der Zellulären Automaten, hat er Bedeutendes geleistet, und er hat seine Ergebnisse bis hin zu industriellen Anwendungen vorangetrieben. Für seine wissenschaftliche Arbeit wurde er mehrfach national und international ausgezeichnet. In der Lehre entwickelte Roland Vollmar innovative Studienangebote in Nicht-Informatik-Studiengängen und für Sehgeschädigte. Seine Beiträge zur Geschichte der Informatik zu ihrer Ethik und Moral sowie ihren Zielen und Grenzen runden das Bild des hervorragenden Wissenschaftlers, Hochschullehrers und Wissenschaftspolitikers ab.

Zur Person

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Roland Vollmar hat Mathematik an den Universitäten Heidelberg und Saarbrücken studiert. In Saarbrücken absolvierte er 1964 sein Diplom. Von hier aus ging er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die TU Hannover, später an die Universität Erlangen-Nürnberg. Die Promotion zum Dr.-Ing. erfolgte dort 1968. Für zwei Jahre unterbrach er die Zeit an der Universität durch eine Industrietätigkeit als Projektleiter bei den Buderusschen Eisenwerken in Wetzlar. 1974 wurde Roland Vollmar auf den Lehrstuhl für Theoretische Informatik an der TU Braunschweig berufen, 1989 auf den Lehrstuhl für Informatik für Ingenieure und Naturwissenschaftler an der Universität Karlsruhe, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2009 innehatte.


Tätigkeiten, Ämter und Auszeichnungen

1986 wurde Roland Vollmar als erster Informatiker von der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (BWG) zum Mitglied gewählt. 1990 bekam er ein Stipendium der Japanese Society for the Promotion of Science, 1992 die John-von-Neumann-Medaille, eine Auszeichnung der ungarischen John-von-Neumann-Gesellschaft. Von 1993 bis 1994 war er Mitglied der beratenden Kommission für Forschung in Niedersachsen. 1995 war er Gründungsmitglied und bis 1997 Sprecher der IFIP Working Group 1.5 „Cellular Automata and Machines“. Er ist Mitglied in Herausgebergremien mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften. Seit 1995 ist er korrespondierendes Mitglied der IFIP (International Federation for Information Processing) Working Group 3.2 „University Education“.

Roland Vollmar hat bereits in den 80er Jahren an einem Projekt zur Rechnerunterstützung beim Lernen mitgearbeitet, lange bevor das Thema „en vogue“ wurde. Später hat er sich dann der breiten interdisziplinären Lehre zur Informatik in den Naturwissenschaften zugewandt, in der er innovative Konzepte für Nicht-Informatiker entwickelte. Besondere Erwähnung verdienen seine Beiträge zur Entwicklung von Lehrformen für Sehgeschädigte, wo er bereits seit 1987 an einem „Modellversuch Informatik für Blinde – Studium für Sehgeschädigte in Informatik und Wirtschaftsingenieurwesen“ mitgewirkt hat. Aus diesem sehr erfolgreich verlaufenen Modellversuch entstand dann 1993 das Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS), das Roland Vollmar bis zum Ende seiner Amtszeit begleitete: zunächst qua Amt des Dekans für Informatik als Vorsitzender des Beirates, ab 1995 als wissenschaftlicher Leiter. Unter seiner Leitung hat sich das SZS zu einer weltweit führenden Institution auf diesem Gebiet entwickelt.

Roland Vollmar war von 1981 bis 1987 Vorsitzender des Fakultätentags Informatik. Hier hat er für die Informatik in Deutschland als eigenständiges Fach viel bewirkt. Er hat es erreicht, dass der Fakultätentag Informatik bei der Westdeutschen Rektorenkonferenz (WRK) als eigenständige Institution anerkannt wurde.

In der Gesellschaft für Informatik (GI) war er zunächst Vizepräsident und dann, von 1990 bis 1992, Präsident. Seit 1993 ist er Mitglied des Kuratoriums zur Verleihung der Konrad-Zuse-Medaille für Informatik, der höchsten Auszeichnung der GI.

Von 1993 bis 1994 war Roland Vollmar Vizepräsident des Council of European Professional Informatics Societies, der europäischen Dachgesellschaft der nationalen Informatik-Fachgesellschaften. Seit 1993 ist er Mitglied des Aufsichtsrates des Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrums Informatik (IBFI) Schloss Dagstuhl bei Saarbrücken. Von 1998 bis 2008 war er Vorsitzender der Konrad-Zuse-Gesellschaft. Im Jahre 2008 wurde er aufgrund seiner hohen Verdienste um die Informatik in Deutschland zum GI-Fellow ernannt.

Als Mitglied der Aufbaukommission für den Fachbereich Informatik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg hat Roland Vollmar bereits in den 80er Jahren, und dann später als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats von OFFIS (dem Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Informatik-Werkzeuge und -systeme), einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung der Oldenburger Informatik und insbesondere des OFFIS geleistet. Er wurde im Juli 2001 zum Ehrenmitglied von OFFIS ernannt.

Weitere Informationen


  aktualisiert am 10.12.2018
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