TU BRAUNSCHWEIG

Auslandserfahrung sammeln

 

Vorweg: Wir wollen gerne Erfahrungsberichte von Euren Auslandsaufenthalten sammeln, wenn Ihr also einen Text verfasst habt, dann mailt uns den doch bitte - danke!

 

Generelles
Studium im Ausland
Praktikum im Ausland
Bachelor- und Masterarbeiten im Ausland
Erfahrungsberichte

 

 

Generelles

 

Zunächst erstmal das Wichtigste: Warum sollte man Auslandserfahrungen sammeln? Natürlich macht sich das bei Bewerbungen gut, im Vordergrund sollte aber stehen, wie Du selbst davon profitieren möchtest und wie Du dies zu realisieren gedenkst. Hier soll nun weniger auf die Motivation eingegangen werden - das muss ja jeder selbst wissen - und auch nicht so sehr auf die Vorzüge einzelner Länder. Statt dessen wollen wir hier mal ein wenig die konkreteren Optionen verdeutlichen. Natürlich ist das alles aber nur ein Anhaltspunkt, mit entsprechendem Engagement geht auch alles anders.

 

Die erste Anlaufstelle ist i.d.R. das International Office (IO) . Wer sich einen Termin geben lässt, muss meist nur kurz warten. Schon etwas konkretere Vorstellungen zu haben, hilft allerdings.

 

Die Mehrzahl der Biotechnologie-Studenten, die gerne Auslandserfahrung sammeln möchten, machen das im Master oder am Ende des Bachelors. Am sinnvollsten ist es, die Bachelor- oder Masterarbeit im Ausland zu machen oder auch im ersten oder den ersten beiden Mastersemestern zu gehen. Leider sind im Bachelor-Mastersystem noch nicht allzu viele Erfahrungen gesammelt worden. Mit einem abgeschlossenen Bachelorstudium hat man jedoch an den anderen Universitäten den graduate-Status. Einen Bachelorabschluss zu haben hat zum Einen den Vorteil, dass man schon mehr Erfahrung hat und zum Anderen ist es für alle, die im Ausland studieren wollen wichtig, auch die richtigen Kurse belegen zu dürfen - und die sollten i.d.R. schon graduate-level haben.

 

Wir als Fachschaft haben uns auch vorgenommen, dass wir, wenn einige der Leute, die gerade im Ausland sind, wieder da sind, einen Auslandsabend veranstalten, an dem dann die Gelegenheit besteht, sich mit Studis aus höheren Semestern zu unterhalten, die im Ausland studiert haben oder Praktika oder Bachelor- bzw. Masterarbeiten absolviert haben.

 

 

Studium im Ausland

 

Sofern man sich denn entschieden hat, für ein bis zwei Semester im Ausland zu studieren, sollte man sich am besten erstmal darüber klar werden, ob es innerhalb von Europa oder im Rest der Welt sein sollte.

 

Innerhalb von Europa geht man sinnvollerweise über SOKRATES/ERASMUS. Vorteil ist, dass es etablierte Austauschprogramme gibt. Ein Nachteil ist allerdings, dass es nur mit wenigen Universitäten Austauschprogramme gibt. Und wenn nun seine Wunsch-Uni gerade nicht dabei ist (z.B. London), dann muss man eben alles selbst organisieren. Gerade in unserem Fachbereich gibt es nur wenige Partner-Unis, aber man hat auch, sofern genügend Kapazitäten frei sind, die Möglichkeit sich fachfremd, also z.B. über Maschinenbau (oder evtl. Chemische Verfahrenstechnik) an anderen Universitäten zu bewerben. Jedoch sollte man sich hier nochmal direkt an die entsprechenden Universitäten wenden, ob diese auch Austauschstudenten aus einem anderen Fachbereich aufnehmen wollen. Die derzeitigen Partner-Universitäten sind z.B. auf der Seite des International Office zu finden. Das SOKRATES/ERASMUS-Programm nimmt einem erstmal einiges Organisatorische ab. So muss man nicht direkt mit der Uni Kontakt aufnehmen und auf freie Plätze hoffen, sondern man bewirbt sich einfach mit diesem Formular (und zugehörigen Unterlagen) beim International Office hier in BS. Hier eine Vorlage für ein "Transcript of Records" (ohne Gewähr, Stand: 5. Semester). Weitere Vorteile sind z.B., dass  SOKRATES/ERASMUS-Studenten bei der Wohnungsvergabe oft bevorzugt werden, außerdem gibt es Einführungsprogramme usw. Darüber hinaus gibt es auch eine mäßige finanzielle Unterstützung von ca. 100 bis 200 €/Monat + Reisekosten. Aufgrund des Austausches fallen keine Studiengebühren an!

Beachten sollte man die Bewerbungsfristen. Zum Wintersemester kann man sich bis 15.03. des selben Jahres bewerben. Also z.B. bis 15.03.09 für das WS 09/10. Für Sommersemester immer im Vorjahr, d.h. also bis zum 15.03.09 für das SS 10.

 

Unter Biotechnologie im Fachbereich 2 (Lebenswissenschaften) finden sich einige Universitäten, bei denen man sich bewerben kann.

Es empfiehlt sich immer Grundkenntnisse in der Landessprache mit zu bringen. Hierzu kann man sehr gut beim Sprachenzentrum Sprachkurse besuchen. Zudem ist es angebracht die Webseiten der in Frage kommenden Universitäten rechtzeitig nach passenden Kursen zu durchsuchen. Häufig sind im SS die Infos für das WS nicht online und umgekehrt.

 

Unter Biotechnologie findet sich unter anderem die Lund University in Schweden bei Malmö. Auffällig ist, dass alle Vorlesungen in Englisch angeboten werden und man auch im Land z.B. beim Bäcker damit noch weiter kommt. Die Anerkennungsrate von Kursen ist recht hoch, da dort sowohl Biotechnology als auch Chemical Engineering als eigenständige Studiengänge angeboten werden und es dementsprechende VLs gibt. Insgesamt ist alles wohl gut organisiert. Man bekommt eine Unterkunft vermittelt (incl. Standleitung), es gibt ein Tutoren-Programm und einen kostenlosen Intensiv-Sprachkurs in Schwedisch. In der Stadt sind angeblich ca. 2/3 aller Einwohner Studenten und es gibt noch mehr Fahrräder.

 

In der Vergangenheit sind aber auch eine Reihe von Biotechs fachfremd zum Studieren ins Ausland gegangen. So z.B. an der Universität Dundee in Schottland, an der Danmarks Tekniske Hojskole in Lyngy (Kopenhagen), an der Linköpings Universitet (Schweden), am Institute of Chemical Technology in Prag, an der Universitá degli Studi di Trieste, an die Norwegian University of Science and Technology und wohl noch an ein paar anderen Unis, die uns aber derzeit nicht bekannt sind. Ob man passende Kurse findet, erfahrt ihr am besten, indem ihr jemanden fragt, der schon da war oder ihr durchforstet die Webseiten, schreibt einen Haufen Mails usw. Ob die Kurse bei Interesse auch auf Englisch angeboten werden kann man am Besten auch per Mail an den entsprechenden Dozenten erfragen.

 

Bevor wir zur Anerkennung kommen, erst noch was zum Studium außerhalb von Europa.

 

Wie Ihr wahrscheinlich schon gehört habt, gibt es ein Austauschprogramm mit der University of Waterloo in Kanada. Dieses Austauschprogramm gibt es schon seit 1979 und dementsprechend funktioniert es auch reibungslos (incl. Unterkunft, Einführung usw.). Der Austausch dauert ein Jahr, er geht immer ab Mitte August los und beinhaltet ein DAAD-Stipendium, d.h. Studiengebühren werden übernommen und ihr erhalten einen Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss! Derzeit gibt es 3 Plätze für Biotechnologen. Insgesamt kann man z.B. die Vorlesungen in den beiden ersten Mastersemestern recht gut ersetzen. Einen Austauschplan gibt es hier (ohne Gewähr).

Für Waterloo gibt es sogar eine offizielle Austausch-Seite , die einem viele organisatorische Tipps gibt und dazu noch eine Inoffizielle. Im April gibt es meist eine vom International Office organisierte Infoveranstaltung zum Thema Nordamerika-Programme.

 

Beachten sollte man die langen Bewerbungsfristen. 1 1/2 Jahre sind hier durchaus einzuplanen. Gleiches gilt für viele andere Länder außerhalb von Europa, insbesondere wenn man beabsichtigt zur Finanzierung ein DAAD-Stipendium zu beantragen. Sowieso sind Studiengebühren oft ein Problem, wenn man nicht über die offiziellen Programme geht. Vom  Auslands-BAfÖG-Amt werden auch nur ca. 4500 € übernommen und das reicht z.B. für Australien hinten und vorne nicht. Außerhalb der EU gibt es hier immerhin länderspezifische Zuschläge zur monatlichen Förderung. Den Auslands-BAföG-Antrag sollte man auch rechtzeitig stellen (mind. 1/2 Jahr vorher), sonst bekommt man nicht rechtzeitig Geld und die aus Braunschweig zahlen auch nicht weiter... Es gibt bei den Studiengebühren aber auch Ausnahmen. So zahlt man in Neuseeland aufgrund eines bilateralen Abkommens nur die deutlich erschwinglicheren Inlandsstudiengebühren.

 

Außer bei SOKRATES/ERASMUS wird auch immer ein TOEFL-Test mit einer bestimmten Punktzahl als Sprachnachweis verlangt. Unverschämter Weise gelten die Tests nur 2 Jahre, kosten viel Geld und können nicht in Braunschweig abgelegt werden. In Waterloo wird jedoch auch das Sprachzeugnis vom Sprachenzentrum (2 Mal B2- und 2 Mal C1-Niveau) anerkannt. Dieser Sprachtest wird einmal im Monat angeboten, dauert nur ca. eine Stunde und kostet 8 €. Hierfür müsst ihr euch beim Sprachenzentrum anmelden.

 

Noch was zur Anerkennung von Kursen und Uni-Praktika: Gerade wenn man sich fachfremd (SOKRATES/ERASMUS) oder auf eigene Faust beworben hat, so kann es manchmal Probleme mit der Anerkennung geben. Was der Prof nicht kennt, das scheut er bekanntlich.

In jedem Fall sollte man schon vor dem Auslandsaufenthalt abklären, was man anerkannt bekommen wird (zumindest, wenn man nicht nur mal in einem anderen Land studieren möchte). Dazu erstellt man einen mehr oder minder formlosen Austauschplan, aus dem hervorgeht, welche Leistungen in BS man durch welche im Ausland ersetzen möchte. Hier lohnt es sich die Kursbeschreibungen mit aufzunehmen, denn anhand derer kann dann jeder Dozent entscheiden, was er anerkennen mag. Entweder kann man zum Studiengangskoordinator gehen und sich den gesamten Austauschplan unterschreiben lassen (dies war in den letzten Jahren bei Herrn Prof. Lang der Fall, jedoch können wir noch keine Auskünfte über den bald neu kommenden Studiengangskoordinator geben) oder man muss sich dazu von jedem Dozenten eine Unterschrift holen. Unter den ganzen Austauschplan muss dann auch noch die Unterschrift von Euch und die des zuständigen Fachkoordinators. Bei SOKRATES/ERASMUS sind das die auf der International Office-Seite angebenen Ansprechpartner, also z.B. Prof. Lang für Lund, Prof. Cerff für Grenoble usw. Wichtig ist auch der Hinweis, dass keine weiteren (vorher nicht vereinbarten Leistungen) zur Anerkennung nötig sind. Nachdem Ihr die Leistungen dann im Ausland erbracht habt, müsst Ihr alle Scheine, Protokolle, Ausarbeitungen usw. mitnehmen und dem entsprechenden Dozenten hier in BS vorlegen.

 

 

Praktikum im Ausland

 

Anders als bei den "organisierten" Austauschprogrammen muss man sich hier i.d.R. selbst drum kümmern. Bei der Praktikumsbörse des International Office ist meist für Biotechnologen nicht viel dabei.

 

An der Uni hört man ja auch oft von AIESEC und IASTE. Diese Förderorganisationen vermitteln Praktika im Ausland. In Braunschweig gehört das lokale Kommitee zusammen, eigentlich handelt es sich aber um zwei einzelne Organisationen. Während AIESEC sich eher den Wirtschaftswissenschaftlern angenommen hat, vermittelt IASTE eher Plätze im Ingenieurbereich. Leider sind die Einflußmöglichkeiten begrenzt und häufig gibt es nur sehr wenige Plätze.

 

Daher ist es sinnvoll, sich selbst um eine Bewerbung zu bemühen. Zudem dürfte man auch weniger Mitbewerber haben. Im Internet finden sich viele Praktikumsbörsen. Eine Auswahl findet sich in unseren Links. Viele Unternehmen kann man aber auch direkt anschreiben. In der Vergangenheit haben Biotechs u.a. bei Hoffmann-LaRoche, Aventis und Sartorius Auslands-Praktika absolviert.

 

Für ein Auslandspraktikum innerhalb Europas, der Türkei, Norwegen, Island oder Liechtenstein  kann man sich im International Office für ein ERASMUS PLACEMENT Stipendium mindestens zwei Monate vor Antritt des Praktikums bewerben. Bei diesem Stipendium wird man monatlich mit bis zu 400€, abhängig von der Höhe des Gehalts, unterstützt.

 

Sofern man nicht unbedingt in ein Unternehmen will, lohnt es sich auch oft Profs zu fragen, häufig kennen die Kollegen im Ausland, die noch jemanden gebrauchen könnten.

 

 

Master- und Bachelorarbeiten im Ausland

 

Für Master- und Bachelorarbeiten im Ausland gilt ähnliches, wie für die Praktika. Man sollte sich selbst darum kümmern! Sofern man sowieso schon einen HiWi-Job irgendwo hat und die Arbeitsgruppe mit einer anderen im Ausland zusammenarbeitet, hat man vermutlich Glück. Meist sind aber auch nicht die vorhandenen Plätze das Problem, sondern eher die gewünschte Thematik und vor allem die Finanzierung! Auch hier kann man versuchen sich für ein ERASMUS-Stipendium zu bewerben. Generell ist es so, dass die wenigsten Leute ihre Bachelorarbeit in 3 Monaten schaffen, man sollte eher 4 Monate oder länger einplanen. I.d.R. ist man auch so beschäftigt, dass man nicht nebenbei arbeiten kann. Wer kein Stipendium hat, jedoch genügend BAföG bekommt hat Glück, ansonsten müßte man wohl versuchen, sich bei Unternehmen gut zu verkaufen...

Außerdem muss man sich hier in Braunschweig einen Professor suchen, der einen betreut.

 

Erfahrungsberichte

 

An dieser Stelle möchten wir mit Genehmigung der Verfasser einige Erfahrungsberichte von diversen Auslandsaufenthalten online stellen. Die mögen zwar nicht zwangsläufig repräsentativ sein, geben aber zumeist einen guten Einblick, was einen selbst erwarten könnte oder aber eine Menge Hilfestellungen und Anregungen. Wenn Ihr konkrete Fragen an die Verfasser habt, dann kontaktiert bitte uns, wir können Euch dann zumeist deren Mail-Adresse geben.

 

    * Lund-2002-Andrea (Studium)

    * Lund-2003-Tobias (Studium)

    * Lund-2006-Andre (Studium)

   * Waterloo-2006-Veronika (Studium)



 


  last changed 03.10.2010
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