Freier Entwurf / KE

Umgang mit dem Bestehenden

Rezeption 

Wir wollen das Bild der Orangerie als eine Metapher verstehen - eine Metapher für einen Raum des gedanklichen Abschweifens, der Flucht vor Trubel und Stress des Alltäglichen. Es soll ein Ort der sinnlichen Genese entstehen. 

Die Frage nach dem genauen Umgang mit dieser Metapher kann sich aus dem Entwurfsprozess ergeben. Hierzu wäre der strukturelle Bezug zu einer leichten transluzenten Konstruktion naheliegend. 

Die Architekturfakultät ist für die TU Braunschweig ein wichtiges Aushängeschild, doch trägt die Leistungen der Studierenden und der Institute nicht zur Genüge nach Außen. Entgegen des Architekturpavillons, welcher vornehmlich als Veranstaltungsort dient, soll den Architekturstudierenden die Möglichkeit einer dauerhaften Ausstellung eingeräumt werden und als Erweiterung zum jährlichen Architektur-Rundgang dienen. 

Denkbar ist auch ein gastronomisches Angebot, welches konzeptabhängig zu ermitteln ist und als Ergänzung zum Ausstellungsangebot verstanden wird. 

Neben den primären Nutzungen sollen auch Nebennutzungen Berücksichtigung finden 

Raumprogramm 

01 Ausstellungsfläche 200qm 

02 Nebenräume 

Lagerungsmöglichkeiten 20 qm 

Garderobe 10 qm 

Sanitäre Anlagen 15 qm 

03 Gastronomischer Betrieb Konzeptabhängig 

Elektrotechnische Institute 

Institut für Hochspannungstechnik (Elektrotechnisches Institut) der Technischen Hochschule Braunschweig, Mühlenpfordtstraße, 1927–1929 

Carl Mühlenpfordt 

Der erste der beiden vorgeschlagenen Bestandsbauten befindet sich auf dem Hauptcampus der TU Braunschweig. 

Die TU bildet architektonisch ein besonderes Spannungsfeld aus unterschiedlichsten Typologien und Maßstäben, Stilepochen von Klassizismus über Backsteinexpressionismus, hin zum Brutalismus und der Moderne und den so zahlreichen Einflüssen an Materialität und Form, seien es romantische Klinkerbauten wie das Haus der Wissenschaft oder technoid und futuristisch anmutende Betonmassen wie das TU-Hochhaus an der Mühlenpfordtstraße. 

In Mitten dieser architektonischen Spielwiese finden sich nördlich der Oker die elektrotechnischen Institute, welche einst industriell genutzt wurden und denen Carl Mühlenpfordt im Zuge einer Erweiterung zu einer Neuen Gestalt verhalf. Der ältere gelb verputzte Teil wurde um dunkle Klinkerbauten erweitert. Eine Vorsatzmauerschale in der gleichen Materialität verbindet Neubau und Bestand und enthält. Die innere Funktion des Gebäudes prägt das Äußere Erscheinungsbild. Der Architekt erhebt die Funktionalität zum gestalterischen Prinzip. 

Weiterhin schließen die umgebenden Bauten an diese an und bringen sich mit metallischen und gläsernen Elementen in diesen Dialog der Baustoffe ein. 

Es erscheint spannend, sich diesem Dialog anzunehmen und zu erforschen in wie weit ein Umgang mit diesem Bestand gewinnbringend sein könnte, sei es hinsichtlich der äußeren Gestalt, der Nutzung und Funktionalität, als auch der Erweiterung an Aufenthaltsqualität auf dem Campus. 

Das Gefüge der Institute lässt vielseitige Möglichkeiten eines Ausbaus und gibt genügend Spielraum verschiedene Situationen zu erproben. Was als Schwierigkeit verstanden werden kann, lässt gleichzeitig großes Potential für spannende Lösungen. 


Freier Entwurf
Bildnachweis: KON @ Leonie Hohmann & Pascal Kapitza/TU Braunschweig