TU BRAUNSCHWEIG

Allgemeines zu § 52a

Der 2003 in das UrhG eingefügte Paragraph 52a (BGBL I S. 1774) soll in einem begrenzten Umfang den Interessen von Unterricht und Wissenschaft Rechnung tragen (vgl. Dreier/Schulze: Urheberrechtsgesetz, 5. Aufl. (2015), § 52a, Rn. 1.) . Der Paragraph ermöglicht es, urheberrechtlich geschützte und veröffentlichte Werke für einen abgegrenzten Personenkreis zum Zwecke der Lehre und Forschung auf Lernplattformen, mit elektronischen Semesterapparaten und im Intranet öffentlich zugänglich zu machen. Für diese öffentliche Zugänglichmachung ist eine angemessene Vergütung zu zahlen. Der Vergütungsanspruch wurde bisher durch Zahlungen in pauschalierter Form an die jeweiligen Verwertungsgesellschaften (z. B. VG Wort, VG Bild-Kunst) abgegolten. Dies wurde durch Rahmenverträge mit den Verwertungsgesellschaften geregelt.



Der § 52a erlaubt die Bereitstellung folgender Inhalte:

  • 12 % von Schriftwerken (Texte) für Unterricht, jedoch nicht mehr als 100 Seiten
  • Einzelne Aufsätze und Artikel aus Zeitschriften und Zeitungen
  • 25% von Schriftwerken (Texte) für Forschung, jedoch nicht mehr als 100 Seiten
  • Fünfminütige Filmsequenzen, Kinofilme müssen schon 2 Jahre verwertet worden sein
  • Ganze Schriftwerke von nicht mehr als 25 Seiten
  • Fünfminütige Musiksequenzen
  • Noteneditionen bis zu 6 Seiten
  • Ganze Abbildungen



An die Bereitstellung sind folgende Bedingungen geknüpft:

  • Veröffentlichte Werke
  • Quellenangabe, bzw. Ermittlungsversuch der Quelle
  • Hinweis auf Weitergabeverbot
  • Eingrenzung der Zugänglichmachung auf die Teilnehmer der Veranstaltung (z. B. Passwort)



Nicht im Regelungsbereich des § 52a  und generell zulässig:

  • Bereitstellung eigener Folien und Skripte mit Zitaten fremder Werke nach § 51 UrhG
  • Bereitstellung fremder Werke mit Erlaubnis des Rechteinhabers (z. B. Bachelorarbeiten, Masterarbeiten)
  • Bereitstellung von eigenen oder fremden Werken mit Creative-Commons-Lizenzen (z. B. Open-Access-Publikationen)
  • Verlinkung von frei im Internet verfügbaren Inhalten, wenn Sie mit Zustimmung des Rechteinhabers verfügbar gemacht wurden
  • Verlinkung von Artikeln und Ebooks, für welche die UB eine Lizenz erworben hat
  • Werke, die vor 1921 erschienen sind
  • Werke, deren Autoren vor mehr als 70 Jahren verstorben sind



Generell nicht zulässig ist die Bereitstellung von:

  • Unveröffentlichten fremden Werken (Hausarbeiten, Bachelorarbeiten, Aufsätze)
  • Vollständigen Werken
  • Auszügen aus Werken  von mehr als 12 % oder mehr als 100 Seiten eines Werkes
  • Aufsätzen, die mehr als 100 Seiten umfassen
  • Schulbüchern (auch keine Auszüge)
  • Eigenen großen Werken, die über einen Verlag veröffentlich wurden und für die kein Zweitveröffentlichungsrecht vereinbart wurde

  aktualisiert am 17.11.2016
TU_Icon_E_Mail_1_17x17_RGB Zum Seitenanfang