Semesterprogramm Wintersemester 2003/2004
Die Vorlesungen mit anschließender Diskussion finden am Samstag statt im
Hörsaal PK 4.3 der TU Braunschweig, Pockelsstraße 4.
Dauer: jeweils 90 Minuten.
Das Programm der Schüler-Uni 2003/2004:
Gut, besser, am besten: Methoden der modernen Optimierung
Prof. Dr. Sándor Fekete, Abteilung für Mathematische Optimierung
Was sorgt dafür, das manche Rätsel schwerer sind als andere? Wie findet man ein kürzestes Leitungsnetz, das eine Reihe von Stationen verbindet? Wie schwer ist es, eine kürzeste Rundreise zu berechnen? Und was hat das alles mit Fußball zu tun? In diesem Vortrag wollen wir einen Streifzug durch die kombinatorische Optimierung unternehmen und dabei einen Einblick in verschiedene Aspekte der algorithmischen Mathematik gewinnen.
Bauwerke weit mehr als nur Technik
Prof. Dr. Rainer Wanninger, Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb
Das Bild vom Bauingenieurwesen wird in der Öffentlichkeit noch sehr oft vereinfachend mit der Konstruktion und Herstellung von Bauwerken verbunden. Bereits bei der Herstellung von Bauwerken werden jedoch schon ganz besondere Managementfähigkeiten benötigt und das gilt erst recht, wenn der gesamte Lebenszyklus der »gebauten Umwelt« zu steuern ist. Der Begriff »Bauwerke« umfasst auch weit mehr als nur »Gebäude«; zum Berufsbild hinzu kommen Ingenieur- und Managementleistungen, die als solche in der Umwelt oft nicht zu erkennen sind. Die Schüler-Uni zeigt an ausgewählten Beispielen die Bandbreite des Berufsbilds und seine interdisziplinäre Verankerung.
Verborgenes entdecken mit Terahertz-Strahlen
Prof. Dr. Martin Koch, Institut für Hochfrequenztechnik
Egal, ob es gilt, eine Lunge zu durchleuchten, in einem verschlossenen Koffer nach Sprengstoff zu suchen, oder industrielle Produkte auf Qualität zu untersuchen das ist bisher meist ein Job für Röntgenstrahlen. Seit kurzem macht man jedoch große Fortschritte dabei, auch eine ganz andere Art von Strahlung technologisch zu nutzen die so genannten Terahertz-Strahlen. Wenn man damit Objekte durchstrahlt, erhält man andere Informationen als mit Röntgenstrahlen. Welche das sind, und was man mit Terahertz-Strahlen noch alles machen kann, das behandelt dieser Vortrag.
Wie funktioniert ein Autofahrer?
Prof. Dr. Georg P. Ostermeyer, Institut für Dynamik und Schwingungen
Das Autofahren ist schon lange eine Selbstverständlichkeit für jedermann. Jeder kennt die Technik des Autofahrens und den Straßenverkehr. Aber der immer dichter werdende Verkehr macht es notwendig, Unfallgefahren zu entschärfen. Dazu muss man aber verstehen, wie Unfälle entstehen, wie der Verkehr abläuft und insbesondere wie der Autofahrer funktioniert. Diese Vorlesung will insbesondere aufzeigen, wie man ein so komplexes System wie den Autofahrer beschreiben und darstellen kann, wie man die Wechselwirkung des Fahrers mit dem übrigen Verkehr berücksichtigen kann, wie man im Labor das komplexe Verkehrsgeschehen als Experiment nachbauen kann und wie man mit diesen einfachen Hilfsmitteln Phänomene des heutigen Verkehrs analysieren kann. Die Ergebnisse dieser Modellbildung, Simulation und experimentellen Analyse werden für manche sicher überraschende Ergebnisse über die Funktion eines Autofahrers liefern. Im Anschluss an diese Vorlesung besteht für jeden Teilnehmer die Möglichkeit, selbst in einem Simulator auf der Verkehrsanlage des Instituts für Dynamik und Schwingungen zu fahren.
Studienentscheidung als kreativer Prozess
Prof. Dr. Jochen Hinz, Zentrale Studienberatung
Die erste Studienentscheidung stellt sich oft als Markstein im individuellen Lebensplan dar. Diese Entscheidung sollte deshalb als Teil eines kreativen Prozesses verstanden werden.
Ist der Preis wert?
Prof. Dr. Gernot Sieg, Abteilung Volkswirtschaftslehre
Das, was die Wirtschaftswelt aus Ökonomensicht zusammenhält, sind die Preise, die beim Kauf von Gütern und Dienstleistungen und für die Entlohnung von Arbeit (Löhne und Gehälter) und Kapital (Zinsen) bezahlt werden. In der Vorlesung wird die Bedeutung der Preise für das Funktionieren der Marktwirtschaft erläutert und untersucht, wie sich Preise auf unterschiedlichen Märkten bilden. Warum kostet das Taschenbuch nur halb soviel wie das gebundene Buch? Gibt es gleiche Löhne für gleiche Arbeit? Warum wurde bei der Cassini Mission der NASA zum Saturn das Budget eingehalten? Ökonomische Antworten auf diese und Fragen der Teilnehmer in einer Vorlesung der Schüler-Uni, die mehr wert ist als ihr Preis.
Polarlichter und magnetische Stürme
Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier, Institut für Geophysik und Meteorologie
Polar- oder Nordlichter sind die wohl spektakulärste Leuchterscheinung unserer Atmosphäre. Sie treten vornehmlich in hohen Breiten, also z. B. Nordskandinavien, auf und werden heute als Folge des Aufpralls extrem schneller Elektronen in die hohe Atmosphäre gedeutet. Seit etwa 250 Jahren ist auch bekannt, dass Polarlichter sehr eng mit zeitlichen Änderungen des Erdmagnetfeldes zu tun haben. Diese Schwankungen des Magnetfeldes sind auf elektrische Ströme von 100,000 A und mehr in Höhen von 120 km zurückzuführen. Polarlichter und magnetische Stürme sind somit Zeugen sehr interessanter physikalischer Vorgänge in der Hochatmosphäre, die eine Art Fernsehbildschirm für die extraterrestrische Physik darstellt.
Responsible:
Elisabeth Hoffmann
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