| Nr. 146b/2006 vom 8.9.2006 TU Braunschweig erhält Stiftungsprofessur
„Nachhaltige Chemie und Energieforschung“
Der Erforschung biogener Kraftquellen widmet sich eine neue Stiftungsprofessur, die mit Unterstützung der Volkswagen AG und des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. an der Technischen Universität Braunschweig eingerichtet wird. Die Stiftungsprofessur ist am Institut für ökologische Chemie der Fakultät für Lebenswissenschaften der TU Braunschweig angesiedelt und betreibt das Fachgebiet Nachhaltige Chemie und Energieforschung in Forschung und Lehre. Sie kooperiert eng mit der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL). Die Volkswagen AG fördert die Professur mit insgesamt einer Millionen Euro, weitere 250.000 Euro steuert der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. bei. Die Förderung der Professur ist auf fünf Jahre angelegt. Die entsprechenden Verträge wurden am Donnerstag, 7. September 2006 unterzeichnet.
TU Präsident Prof. Jürgen Hesselbach unterstrich zu diesem Anlass die strategische Bedeutung der Professur: „Die nachhaltige Energieforschung ist ein zentrales Thema für uns, gerade auch in der Kooperation mit der Volkswagen-AG und der Biokraftstoffindustrie. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir die kraftfahrzeugtechnischen Forschungsanstrengungen über diese Professur hinaus künftig noch weiter ausbauen. Ziel ist es, unseren Ruf als Top-Adresse für die Mobilitätsforschung in Deutschland zu festigen.“
„Nachhaltige Chemie auf dem Sektor der Kraftstoffforschung zu betreiben, ist ein wissenschaftliches Zukunftsfeld, das bislang an keiner deutschen Universität schwerpunktartig bearbeitet wird“, betonte Lutz Stratmann, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, und bezeichnete in seinem Grußwort das Thema Nachhaltigkeit als profilbildendes Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Hochschullandschaft.
„Alternative Kraftstoffe sind ein wesentlicher Teil der Volkswagen-Antriebsstrategie. Gemeinsame Forschung von Industrie und Hochschule soll die Grundlagen für neue Anwendungen und damit ihre weitere Verbreitung schaffen“, sagte Prof. Dr. Jürgen Leohold, Leiter Konzernforschung der Volkswagen AG. „Volkswagen und die TU Braunschweig arbeiten seit langer Zeit erfolgreich zusammen. Mit diesem Schritt intensivieren wir die Verknüpfung zwischen Industrie und Forschung in einem zukunftsträchtigen Feld.“
Moritz Gaede vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. hob in seinem Redebeitrag die Bedeutung von Biokraftstoffen für die Sicherung nachhaltiger Mobilität hervor. Eine aktuelle Studie der Europäischen Union habe nachgewiesen, dass vor allem der Transportsektor Hauptgrund für mögliche Verfehlung bei Erfüllung der CO2-Reduktionsziele des Kyoto-Protokolls sein könnte.
Die traditionell gute Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig unterstrich Prof. Dr.-Ing. Axel Munack, in dessen Institut an der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) die künftigen Verbrennungsprodukte auf ihre Umweltwirkung hin analysiert werden. Er erläuterte die Form der künftigen Kooperation der benachbarten Forschungseinrichtungen: „Während das breitere Gebiet der biogenen Kraftstoffe, Arbeitsflüssigkeiten und Werkstoffe an der TU Braunschweig angesiedelt wird, kann das Teilgebiet der Untersuchung der Verbrennungsprodukte von Biokraftstoffen und der damit verbundenen Umweltwirkungen auf dem Emissionsprüfstand der FAL mit seiner sehr gut ausgebauten Analytik bearbeitet werden.“
Die Professur wird sich in Zukunft der Erforschung und Weiterentwicklung biogener Kraftstoffe widmen. Themen sind unter anderem die für den Einsatz in Motoren unabdingbare reproduzierbare Qualität, die Nutzung möglichst vieler Pflanzenbestandteile sowie die Analyse der Emissionen und des weiteren Umweltverhaltens der Substanzen.
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