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BRAUNSCHWEIG
In Braunschweig ist die mikrobiologische Forschung in vier Institutionen vertreten. Dabei werden Themen der mikrobiellen und viralen Infektion, der Ökologie und Biotechnologie von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung bearbeitet.
Technische Universität (TU) Braunschweig
Fakultät für Lebenswissenschaften
Institut für Mikrobiologie
Geschäftsführender Leiter: Professor Dr. Michael Steinert
Abteilung: Prof. Dr. Dieter Jahn
Die Systembiologie des opportunistischen Keims Pseudomonas aeruginosa steht im Mittelpunkt der biomedizinisch orientierten Forschung des Instituts. Dazu sammelt die Arbeitsgruppe (AG) von Privatdozent Dr. Max Schobert mittels Hochdurchsatztechnologie Daten zur Anpassung der Genexpression und des Metaboloms des Bakteriums an Lebensbedingungen im Biofilm. Gewonnene Daten werden mittels der in der AG von Dr. Richard Münch etablierten Datenbanken PRODORIC und SYSTOMONAS verarbeitet. Dr. Elisabeth Härtig untersucht den anaeroben Stoffwechsel des Gram-positiven Modellbakteriums Bacillus subtilis. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs (SFB) 578 »Vom Gen zum Produkt« entwickelt die AG Bacillus megaterium zum industriell anwendbaren Proteinproduktionswirt für die extrazelluläre Proteinproduktion. Mögliche Engpässe im Produktionsprozess werden mittels systembiotechnologischer Methodik identifiziert. Dr. Martina Jahn und Dr. Jürgen Moser untersuchen mit der AG von Professor Dr. Dirk Heinz vom Helmholtz-Zentrum die Struktur-Funktion-Beziehungen von Enzymen zur Bildung von Tetrapyrrolen wie Hämen und Chlorophyllen. In Kooperation mit der Universität Oldenburg untersucht Dr. Petra Tielen die Genexpression und Genregulation des marinen Bakteriums Dinoroseobacter shibae mit Hilfe eines Systembiologie-Ansatzes.
Abteilung: Prof. Dr. Michael Steinert
Die Abteilung von Professor Dr. Michael Steinert erforscht bakterielle und parasitäre Krankheitserreger wie Legionellen (Pneumonie) oder Trypanosomen (Schlafkrankheit). Diese Erreger durchbrechen während der Infektion Gewebebarrieren und so gelangen die pathogenen Mikroorganismen in die Blutbahn oder können umliegende Organe befallen. Die Ausbreitungsmechanismen dieser Erreger werden an künstlichen Gewebestrukturen untersucht um neue therapeutische Maßnahmen zu entwickeln.
Abteilung: Prof. Dr. Kathrin Riedel
Eine ganz neue Methodik (die sog. Metaproteomik) ermöglicht die „Produzenten“ und die Funktion von Proteinen aus Umweltproben zu ermitteln. Die Abteilung von Professor Dr. Kathrin Riedel kann damit Prozesse untersuchen, an denen Mikroorganismen beteiligt sind, die sich im Labor nicht kultivieren lassen – die Metaproteomik ermöglicht somit völlig neue Einblicke in mikrobielle Ökologie und Evolution.
Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe: Dr. Gunhild Layer
Abteilung: PD Dr. Barbara Schulz
Abteilung: Prof. Dr. Petra Dersch (HZI)
Abteilung: Prof. Dr. Kenneth Timmis (HZI)
Institut für Bioverfahrenstechnik, TU Braunschweig
Geschäftsführender Leiter: Professor Dr. Christoph Wittmann
Das Institut für Bioverfahrenstechnik fungiert als Brückeninstitut zwischen den Ingenieur- und den Naturwissenschaften an der TU Braunschweig. Es verfügt über moderne Labore für Kultivierung, Analytik, Mikrobiologie, Molekularbiologie sowie über ein Technikum für verfahrenstechnische Arbeiten. Die Erarbeitung systembiotechnologischer Methoden und Konzepte unter Nutzung molekularbiologischer, biochemischer und bioprozesstechnischer Aspekte zur Optimierung und zum Einsatz maßgeschneiderter Biokatalysatoren sowie die Entwicklung nachhaltiger Bioprozesse stehen im Mittelpunkt der Forschung in der Bioverfahrenstechnik.
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Bereiche Molekulare Strukturbiologie, Medizinische Mikrobiologie
Wissenschaftlicher Leiter: Prof. Dr. Dirk Heinz, Prof. Dr. G. Singh Chhatwal
Im Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Mikrobiologen, Immunologen, Strukturbiologen, Chemiker, Impfstoffforscher und Genetiker die molekularen Mechanismen von Infektionskrankheiten und ihrer Abwehr. Die Ergebnisse der Grundlagenforschung werden systematisch in Richtung neuer Wirkstoffe, Medikamente und neuer Diagnoseverfahren entwickelt.
Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSMZ)
Direktor: Professor Dr. J. Overmann
Die Sammlung gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und bewahrt oder erforscht biologische Ressourcen. Auf Bestellung versendet sie Bakterien (Bacteria und Archaea), Pilze, Phagen, Plasmide, Pflanzenviren sowie pflanzliche, tierische und menschlichen Zellkulturen für die universitäre und biotechnologische Verwendung. Sie ist mit über 30.000 verschiedenen Kulturen und einer jährlichen Verkaufszahl von über 35.000 Ressourcen das weltweit größte zertifizierte Zentrum dieser Art. Über 19.000 verschiedene Bakterien- Hefe- und Pilzstämme sind in der öffentliche Sammlung im Angebot. Die DSMZ beschäftigt zurzeit 125 Mitarbeiter.
Weitere lokale Kooperationspartner:
Julius Kühn-Institut Braunschweig
Fraunhofer Institut Braunschweig
Niedersächsische Technische Hochschule
Johann Heinrich von Thünen-Institut
Verantwortlich:
Simon Stammen
Feedback an ifm@tu-braunschweig.de